Leseproben und Projektbeschriebe

Wie sag ich’s meinem Vater? #stayathome

Viele Erwachsene haben derzeit dasselbe Problem: Wie erklär ich’s meinen betagten Eltern, dass sie nun besser zu Hause bleiben? Sie verstehen nicht, warum sie sich schützen sollen. Helfen wir nach! Mit Hilfe von 'Einfacher Sprache' versuchen wirn sie zu überzeugen.

23. März 2020   |   2 Minuten

Unsere Eltern, Grosseltern, alten Nachbarn, Alzheimer-Mütterchen, Väterchen…

Sie sagen: Sterben muss ich sowieso bald einmal.
Oder: Mich trifft es nicht.
Oder: Ich glaube an Gott. Er wird es schon richten.

Diese Zuversicht! Dieser Glaube! Wertvoll, aber nicht zu Ende gedacht. Unsere lieben Alten haben die Botschaft noch nicht ganz verstanden. 

Das ist es, was wir ihnen nun erklären können:

Mit aller Liebe und Nachdruck. Ganz einfach:

Nicht sichtbar: Am Anfang merken wir nichts. Wenn du dich angesteckt hast, merkst du das erst nach Tagen. In dieser Zeit kannst du andere anstecken. 

Zu viele Kranke aufs Mal: Viele Leute werden jetzt krank. Zu viele aufs Mal.

Sogar hierzulande: Zu viele landen aufs Mal auf den Intensivstationen. Unsere Schweizer Krankenhäuser sind (bald) voll. Aber sie werden auch weiterhin von Leuten benötigt, die einen Herzinfarkt, Hirnschlag oder Unfall erlitten haben. 

Für andere sorgen: Bitte tue alles, damit du nicht ins Spital kommst. Halte dich zurück, damit du niemand anderen ansteckst und ins Spital beförderst.

Unverzichtbare Fachleute: Wir wollen niemanden anstecken, der jetzt unersetzbar ist: Zum Beispiel Ärztinnen, Spitex-Mitarbeitende, Angestellte in Alters- und Pflegeheimen.

Wichtige Infrastruktur: Wir möchten auch niemanden anstecken, der für uns arbeitet: Zum Beispiel Menschen, die dafür sorgen, dass Lebensmittelläden, Telefonverbindungen, Elektrizitätswerke und Postbetriebe weiterhin funktionieren.

Grosse Mobilmachung: Die Armee hilft, viele Junge leisten grossartige Hilfe. Alle helfen. Bitte  hilf auch du, indem du daheim bleibst.

Jetzt verzichten, nachher geniessen: Diese Krise wird vorbei gehen. Wir müssen uns nur wenige Wochen einschränken.

Standhaft ja, aber..: Wir brauchen jetzt die Lebensweisheit und den Weitblick von euch alten Semestern! Standhaftigkeit in der Not und Gottvertrauen: Das habt ihr einst lernen müssen. Lehrt es uns auch – aber bitte nicht in Form von Altersstarrsinn.

Auch wenn du müde bist: Du denkst, du seist ohnehin bereit zum Sterben? Unser Gesundheitssystem wird dennoch alles tun, um dich im Ernstfall zu retten. Zum Glück! Das ist der Auftrag. Das tut das medizinische Personal selbst unter grösster Belastung. Besser ist: Vorsorgen und diese Fachleute nicht unnötig belasten!

Kraft, Lebensweisheit und Gottvertrauen kann man einander weitergeben.

Einander Kraft und Lebensweisheit weitergeben.

Würde bewahren: Wir haben dich lieb. Wir möchten dich noch nicht gehen lassen. Wir wünschen uns, dass wir eines Tages mit Würde von dir Abschied nehmen dürfen. Wir möchten dir dann nahe sein. Dich in die Arme nehmen. Oder dir deine Hand drücken dürfen – all das wäre uns derzeit nur schwer möglich. Mute uns das bitte nicht unbedacht zu!

Informationen in «leichter Sprache» gibt es hier vom Bundesamt für Gesundheitswesen. Weitere Infos für ältere Menschen auf SRF.  

Ich wünsche allen Zuversicht und gute Gesundheit.
Sorgen wir mit einem guten Geist für einander!

 

Schöne Grüsse, Gabriela Bonin

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