Leseproben und Projektbeschriebe

Trendsprache im Informationszeitalter

Hole dir mehr Leute an Bord! Mit dem Regelwerk der ‚Einfachen Sprache' machst du modernen Menschen komplexe Inhalte verständlich. Damit gewinnst du an Glaubwürdigkeit.

11. Juni 2019   |   2 Minuten

In unserer Informationsgesellschaft wird Lesen und Schreiben immer wichtiger. Zugleich verstehen viele Menschen die «normale» Sprache nicht ausreichend. In der Schweiz hat jede*r zehnte Erwachsene Mühe mit Lesen und Schreiben – das betrifft durchaus auch intelligente Menschen.

Hierzulande leben rund 800 000 Illetrist*innen. Diese können normalen Texten nicht folgen.

Damit machst du modernen Menschen komplexe Inhalte verständlich. Denn es ist ein wirtschaftlicher Unsinn, an so vielen Menschen vorbei zu texten. Immer mehr Unternehmen mit starker Corporate-Language-Konzepten erkennen dies.

95 Prozent der Bevölkerung verstehen 'einfache Sprache'

Mit dem Regelwerk der 'einfachen Sprache' passen wir anspruchsvolle Inhalte an die Lesekompetenz breiter Bevölkerungsgruppen an. Sie wird von 95 Prozent der erwachsenen Bevölkerung verstanden. Jede*r zehnte potentielle Kund*in kann also nicht nachvollziehen, was du ihm oder ihr mitteilen möchtest. Das kannst du mit 'einfacher Sprache' ändern: Sie ist die Trendsprache im Informationszeitalter. Leicht, aber nicht seicht. Verständlich, aber nicht banal.

So wendest du 'einfache Sprache' an: 

  • Baue eine respektvolle Haltung auf: Menschen mit niedriger Lesekompetenz sind nicht automatisch auch Menschen mit geringer Intelligenz.
  • Informiere dic genau über dein Zielpublikum. Verfügt es auch über dieselben Fachkenntnisse wie du? Was braucht es von dir?
  • Arbeite mit Empathie: Versetze dich in die Lage deiner Leserinnen und Leser. Frage dich bei jedem Wort, das du schreibst: Versteht das jeder und jede in meinem Zielpublikum?
  • Verlasse dein Fachchinesisch, deine Bubble. Lege allfälliges elitäres Denken und mögliche Bildungsdünkel zur Seite. Schreibe nicht für dich, sondern für die anderen.
  • Schreibe das Wichtigste zuerst. Und zwar nicht das, was für dich am wichtigsten ist, sondern für deine Zielgruppe.
  • Strukturiere  alle Sätze knapp und logisch. Pro Satz erläuterst du nur einen Gedanken.
  • Vermeide Schachtelsätze: Schreibe klare Sätze, mit höchstens einem Komma.
  • Verwende leicht verständliche, kurze Wörter. Verzichte auf veraltete oder regionale Ausdrücke.
  • Erkläre oder ersetze Fachbegriffe (ausser du schreibst für ein Fachpublikum). Ersetze Fremdwörter mit deutschen Begriffen. Schwierige Wörter, die sich nicht vermeiden lassen, erklärst du so einfach wie möglich. Schreibe Abkürzungen aus.
  • Wende aktive Verben an.
  • Vermeide Substantivierungen und Negationen.
  • Ersetze Metaphern, Doppeldeutigkeiten, Ironie und Redewendungen durch eindeutige Aussagen.
  • Schreibe so einfach wie möglich – aber nicht einfacher.
  • Baue den Text logisch auf und gliedere ihn in klare Absätze.
  • Sorge für Übersichtlichkeit mit Grafiken und Piktogrammen. Nutzen lesefreundliche Schriften.

'Einfache Sprache' zahlt sich für alle aus

Auf diese Weise förderst du das Vertrauen deiner Kundschaft. Du vermeidest zeitraubende Rückfragen und Missverständnisse. Du erreichst auch junge Leute, die noch nicht ihre volle Sprachkompetenz erreicht haben. Du tust älteren Leser*innen einen Gefallen. Du kommst ausländischen Fachkräften, Migrantinnen und Migranten entgegen.

Keine Sorge: Du vergraulst dir mit Bestimmtheit keinen intellektuellen Leser*innen, denn 'einfache Sprache' nützt allen. Niemand mag gestelzte Texte und Geschwafel. Keiner wünscht sich unnötig komplizierte Erläuterungen!

Sorgen wir also dafür, dass alle Menschen komplexe Inhalte stressfrei erfassen können!

Mehr Infos:

(Dieser Blogpost erschien zuerst am 5. Juni 2019 in der Community-Plattform des Co-Working-Space Büro Züri: Siehe Originaltext.)

Schöne Grüsse, Gabriela Bonin

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