Leseproben und Projektbeschriebe

Nichts verstehen – nichts erreichen

Jede*r Zehnte versteht deine Botschaft nicht. Das lässt sich ändern.

24. Mai 2019   |   2 Minuten

Angebote, die verwirren; Aufforderungen, die man nicht versteht, Geschwurbel, das uns verzweifeln lässt: Komplizierte Sprache schafft unnötige Barrieren. Damit vertun wir uns die besten Chancen, vergraulen Leser*innen, Wähler*innen oder Kund*innen. Wir schreiben am Zielpublikum vorbei. 

Das kommt oft vor. Zu oft. Denn allein jede*r zehnte Erwachsene in der Schweiz verfügt nur über eine mangelnde Lese- und Schreibkompetenz: 800'000 Männer und Frauen haben Mühe mit Lesen und Schreiben. Sie sind Illettrist*innen – ja, tatsächlich, die gibt es auch in der Schweiz. (In Deutschland sind es rund 20 Millionen.)

Jede*r zehnte Erwachsene hat Mühe mit Lesen und Schreiben. Können die 800 000 Illetrist*innen, die in der Schweiz leben, Ihren Aussagen folgen? (In Deutschland sind es rund 20 Millionen.)

Das heisst: Sie verstehen deine Botschaft nicht. Komplizierter Sprachgebrauch frustriert sie.

Das tut mir leid für diese Menschen – und für dich: Denn das bedeutet, dass jede zehnte Kundin oder Patientin, jede zehnte Leser oder User nicht nachvollziehen kann, was du mitteilen möchtest. Rechne! Viel Mühe und Geld für nichts. Weil Leser*in nix verstehen. 

Das kannst du ändern: Indem du 'einfache Sprache' anwendest. Sie ist konsequent auf das lesende Zielpublikum ausgerichtet, anwendungsorientiert. Der Trend der Zukunft. Sie zeigt Respekt gegenüber der Leserschaft und fördert ihr Vertrauen. (Gruss an deine Finanzabteilung: Das zahlt sich aus!). Sie ist das Herzstück moderner Corporate-Language-Konzepte.

Verzichte darum auf Geschwafel, gestelzte Sätze, Beamt*innensprache, Beratersprech und unnötig komplizierte Ergüsse! Setze bewusst auf 'einfache Sprache', auf Barrierefreiheit.

Denke bloss nicht, Menschen mit geringer Lesekompetenz seien Versager*innen, die es schon in der Schule nicht auf die Reihe brachten. Nein, darunter sind zum Beispiel auch an ältere Menschen mit kognitiven Einschränkungen oder hochqualifizierte ausländische Fachkräfte. Nehmen wir sie doch bitte auch an Bord! Sorgen wir dafür, dass auch Expats unsere Texte verstehen!

Mir ist es wichtig, dass Leute den Durchblick bekommen – im Alltag, in der Politik, beim Konsumieren. Auch Menschen, die nun mal nicht so fit sind mit Buchstaben und Wörtern sollen sie be-greifen können. Ich spreche Leser*innen mit geringer Lesekompetenz respektvoll an, nicht trivial, nicht oberflächlich, sondern klar, eindringlich, auf freundliche Weise zugewendet. Empathisch eben.

Einfache Sprache ist nicht einfach einfach.

Dahinter steckt eine kreative Arbeit, mein Handwerk: Ich knie mich in die "schwierigen" Texte hinein, knete und wende sie, seziere sie, reduziere, setze neu zusammen, verfeinere und würze alles. Damit die Texte für alle bekömmlich werden: Für Illettrist*innen ja – aber auch für dich, mich und letztlich alle: Denn auch wir sind beim ungeduldigen Surfen, beim Durchforsten komplexer Themen froh, wenn Informationen rasch und klar auf den Punkt gebracht werden.

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Schöne Grüsse, Gabriela Bonin

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