Leseproben und Projektbeschriebe

Nichts verstehen – nichts erreichen

Jeder Zehnte versteht dich nicht. Das lässt sich ändern.

29. März 2019   |   2 Minuten

Schau dich mal in einer Bar, Kirche oder Wartehalle um. Zähle jede zehnte Person ab: Ist dieser Mann, diese Frau auch jemand, der nicht richtig lesen und schreiben kann?! Jeder Zehnte Erwachsene in der Schweiz verfügt nur über eine mangelnde Lese- und Schreibkompetenz: 800'000 Männer und Frauen haben Mühe mit Lesen und Schreiben. Sie sind Illetristen – ja, tatsächlich, die gibt es auch in der Schweiz. Das heisst: Sie verstehen deine geschriebenen Botschaften nicht richtig. Oder falsch oder zu wenig.

Das tut mir leid für diese Menschen – und für dich: Denn das bedeutet, dass jede zehnte Kundin oder Patientin, jede zehnte Leser oder User nicht nachvollziehen kann, was du mitteilen oder verkaufen möchten. Rechne! Viel Mühe und Geld für nichts. Weil Leser nix verstehen.

Mir ist es wichtig, dass Leute den Durchblick bekommen – im Alltag, in der Politik, beim Konsumieren. Auch Menschen, die aus irgendwelchen Gründen nun mal nicht so fit sind mit Buchstaben und Wörtern sollen sie be-greifen können. Verzichten wir darum auf Geschwurbel, gestelzte Sätze, Beamtensprache, Beratersprech und endlose, geistige Ergüsse. Stattdessen setze ich auf einfache Sprache, auf Barrierefreiheit. Ich spreche Illetristen (und durchaus auch andere Menschen) so an, wie ich mit Kindern spreche: Nicht trivial, nicht oberflächlich, sondern klar, eindringlich, auf freundliche Weise zugewendet. Empathisch eben.

Illetristen sind übrigens nicht nur an ältere Menschen (die wohlmöglich kognitiv eingeschränkt sind), geistig Behinderte oder Leute, die es in der Schule einfach nicht auf die Reihe brachten. Nein, es sind zum Beispiel auch hochqualifizierte Menschen. Expats etwa, die neu in der Schweiz leben und unsere Sprache noch nicht beherrschen, Ärztinnen aus Skandinavien vielleicht, Programmierer aus Indien, CEOs aus Kanada. Wäre doch nett, wenn auch sie unsere Texte verstehen könnten!

Einfache Sprache ist nicht einfach einfach. Dahinter steckt eine kreative Arbeit, mein geliebtes Handwerk: Ich knie mich in die "schwierigen" Texte hinein, knete und wende sie, seziere sie, reduziere, setze neu zusammen, verfeinere und würze alles. Damit die Texte für alle bekömmlich werden: Für Illetristen, aber auch für dich, mich und jedermann: Denn auch wir sind beim ungeduldigen Surfen, beim Durchforsten komplexer Themen noch so froh, wenn jemand seine Informationen rasch und klar auf den Punkt bringt.

> mein Angebot für "Einfache Sprache"

> zu meinen Kinderkolumnen

> zum Schweizer Dachverband Lesen und Schreiben

 

 

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Alles klar? Illetristen sind dankbar um den Gebrauch einfacher Sprache.

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