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BAG - Antiraucher-Magazin NIX - TV-Moderatorin Kunz

TV-Frau Susanne Kunz liebt es, zu tanzen, ausgelassen zu sein und das Leben zu geniessen. Aber sie liebt es auch, fit zu sein und ein gutes Körper-Feeling zu haben.

Für das Anti-Raucher-Magazin NIX (ein Jugendmagazin) des Bundesamtes für Gesundheitswesen Winter 02/03, im Auftrag der Papercommunication AG

NIX: Grüezi Frau Kunz, wann haben Sie ihre letzte Zigarette geraucht?

Susanne Kunz: Das war vor einem Jahr. Ich merkte, dass mir das Rauchen nicht gut tut. Ich hatte oft Kopfschmerzen, schwere Beine, mochte morgens nicht aufstehen...

NIX: ... da müssen Sie aber heftig geraucht haben!

Kunz: Ja, es gab exzessive Phasen, vor allem wenn ich an Parties war, da habe ich stark geraucht. Aber es gab auch Tage, da ging es auch mit nur einer Zigarette. Ich hatte als Raucherin allerdings immer ein schlechtes Gewissen. So kam der Tag an dem ich dachte, das muss nun aufhören.

NIX: Wie haben Sie aufgehört?

Kunz: Knallhart. Von einem Tag auf den anderen, ohne Nikotinkaugummis oder ähnliche Hilfsmittel.

NIX: Fiel es Ihnen schwer?

Kunz:  Ja, die Nikotinsucht ist hartnäckig. Man vergisst wohl nie, wie es sich anfühlt, eine Zigi zu rauchen. Mir schmeckte es gut. Ich würde noch heute gerne rauchen, wenn ich nicht wüsste, dass es mir nicht gut tut. Diese Gier nach Nikotin bleibt wohl jedem Exraucher für immer ein Kreuz, aber je länger meine Zeit als Raucherin zurückliegt, umso weniger muss ich gegen die Lust ankämpfen.

NIX: Besser man hätte nie damit angefangen...

Kunz: ... klar, aber wenn man jung ist, glaubt man das bekanntlich ja niemandem.

NIX: Wenn Sie als Schauspielerin eine Raucherin spielen müssten, was würden Sie dann tun?

Kunz: Ich würde versuchen, diese Szene dem Regisseur auszureden. Oft ist es nicht nötig, dass eine Figur raucht. Der Bösewicht zum Beispiel braucht nicht zwingend ein Raucher zu sein, obschon er in Filmen oft so dargestellt wird.

NIX: Amerikanische Poster-Vertreiber gehen inzwischen so weit, dass Sie auf dem Beatles-Cover „Abbey Road“ die Zigarette aus Paul Mc Cartneys Hand wegretouchieren. Finden Sie das gut?

Kunz: Also bitte, das ist doch ein Schritt in die falsche Richtung! Man soll Werbung für Zigaretten verbieten und etwas gegen das verlogene Freiheits-Image der Zigarette tun, aber so eine Retouche bringt doch nichts.


NIX: Würden Sie mehr rauchfreie Lokale in der Schweiz befürworten?

Kunz: Ja, seit ich nicht mehr rauche, stören mich vollgequalmte Bars und Restaurants. Nach einem Abend in so einem Lokal brennen mir die Augen wie bei einem Versuchskaninchen.

NIX: Sie schwimmen, rennen, machen Krafttraining. Betreiben Sie Sport aus Lust oder aus Vernunft?

Kunz: In erster Linie tue ich das für mein Körpergefühl, für einen Ausgleich von Geist und Körper. Und wer Sport betreibt, produziert bekanntlich Glückshormone.

NIX: Worauf achten Sie bei der Ernährung?

Kunz: In allen Gesundheitsfragen höre ich immer mehr auf meinen Körper. Wenn ich zum Beispiel eine Packung Pommes Chips verdrück habe, dann merke ich, wie mir das nicht gut tut. Ich will und muss viel leisten, also will ich fit sein. Wenn ich mich gesund ernähre, viel Obst und Gemüse esse, möglichst bio, dann bin ich einfach besser zwäg.

NIX: Haben Sie sich schon immer so verhalten?

Kunz: Nein, aber meine Gesundheit wird mir je länger je wichtiger. In den Jahren zwischen 17 und 22 habe ich sehr unregelmässig geschlafen, viel gefestet, geraucht, Alkohol getrunken... Irgendwann fragte ich mich, ob ich nun ständig so weitermachen will. Ich gehe auch jetzt noch gerne tanzen und bin ausgelassen, aber es gibt auch Tage, da denke ich, dass es mir besser tut, früh ins Bett zu gehen, am Sonntag um neun Uhr aufzustehen und einen schönen Tag für mich zu geniessen.

NIX: Beginnt eine neue Lebensphase?

Kunz: Ja, mir scheint, dass ein neuer Lebensschritt ansteht. Ich bin in einem Alter, in dem ich viel darüber nachdenke, wie es weitergehen soll. Jede Nacht feiern, trinken, rauchen...? Nein! Es geht um grundlegende Fragen, darum, was man will. Ich zum Beispiel würde nicht an Lungenkrebs sterben wollen, bloss weil mir die Stärke fehlte, das Rauchen aufzugeben. Ich hätte keinen Bock darauf, mir deswegen mal Vorwürfe zu machen.

Bio: Die Berner TV-Moderatorin Susanne Kunz, 24, lebt seit 1997 in Zürich. Bekannt wurde sie mit der Jugendsendung „Oops!“. Sie begeistert das Publikum mit ihrer frischen-frechen und schlagfertigen Art. Seit einem Jahr moderiert sich das TV-Quiz „Eiger, Mönch & Kunz“, mit dem sie Traumquoten mit rund 700'000 Zuschauern erreicht. Ihre grosse Leidenschaft gehört indes dem Theater. 2001 erhielt sie den Schweizer Show-Preis, den Prix Walo.