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BAG - Antiraucher-Magazin NIX - Topfussballer Hakan Yakin

Hakan Yakin ist ein Geniesser. Dennoch gibt er alles für den Spitzensport.

Für das Anti-Raucher-Magazin NIX (ein Jugendmagazin) des Bundesamtes für Gesundheitswesen Winter 02/03, im Auftrag der Papercommunication AG

NIX: Grüezi Herr Yakin, wo sind Sie im Moment? Unsere Handy-Verbindung ist so schlecht.

Hakan Yakin: Ich bin grad irgendwo in Holland, in einem Hotel.

NIX:  Sie sind oft unterwegs. Bestimmt vermissen Sie da jeweils Ihre Freundin.

Yakin: Nein, ich habe Glück, denn Tanja und mein Labrador Joy begleiten mich immer, wenn ich im Ausland spiele oder trainiere.

NIX: Und abends gehen sie dann zusammen aus?

Yakin: Nicht oft. Nach einem harten Trainingstag habe ich manchmal kaum noch die Kraft dazu. Klar, zwischendurch ist es eine gute Abwechslung, tanzen zu gehen, aber oft geniesse ich es einfach, wenn wir uns zu Hause oder im Hotelzimmer einen gemütlichen Abend machen. Ich gehe aber sehr gerne mit meinem Hund laufen. Das gönne ich mir eigentlich jeden Abend für eine halbe Stunde.

NIX:  Wie gestaltet sich ein Trainingstag?

Yakin: Frühmorgens Jogging, gegen Mittag eine Stunde Konditionstraining mit dem Ball und am Nachmittag Krafttraining an den Maschinen.

NIX:  Kostet es Sie manchmal Überwindung, so hart zu trainieren?

Yakin: Ich habe mir den Fussball als Beruf ausgewählt, deshalb muss ich halt auch das Training gerne machen. Manchmal muss ich mich tatsächlich dazu überwinden, aber das physische Training wird heutzutage im Spitzensport immer wichtiger. Wir messen unsere Kondition regelmässig am Computer und versuchen sie ständig zu optimieren.

NIX:  Um fit zu sein, muss man sich auch ausgewogen ernähren. Halten Sie eine bestimmte Diät?

Yakin: Vor einem Wettkampf esse ich keine Pommes Frites, panierte Schnitzel oder Hamburger. Ich verzichte auf fettiges Essen. Als Sportler muss ich viele Kohlenhydrate zu mir nehmen, also Pasta, Reis und Kartoffeln. Ich nehme zudem Vitaminpräparate und Magnesiumtabletten.

NIX:  Und das viel gerühmte, gesunde Gemüse, mögen Sie das?

Yakin: Nicht so sehr. Aber früher musste ich es immer essen, weil meine Mutter darauf bestand. Wenn ich heute in einem Restaurant die Wahl habe, dann verzichte ich auf Gemüse, obschon ich weiss, dass es gesund wäre.

NIX:  Ihre Mutter hat für die Familie immer türkisch gekocht. Essen Sie gerne die Gerichte Ihrer Mutter?

Yakin: Ob man Mutters Küche gerne hat oder nicht - man muss sie einfach essen (lacht). Nein im Ernst: Natürlich mag ich Mutters Gerichte, sie sind die besten. Allerdings liebt sie es, mit viel Öl zu kochen, was für mich ernährungstechnisch nicht optimal ist. Das ist mir aber in dem Moment, wo das Essen vor mir steht, egal. Dann geniesse ich es einfach.

NIX: Ich habe in der Zeitung gelesen, dass Sie auch die selbstgemachten Spätzli ihrer Freundin super gerne haben.

Yakin: Hmm, ja, die sind wunderbar. Und weil sie hausgemacht sind, weiss ich, welche Zutaten drin sind. Spätzli sind kohlenhydratreich, also für Sportler gut geeignet. Bei Spätzli oder Pasta muss man einfach aufpassen, dass man dazu nicht zu fette Saucen isst.

NIX:  Sie sind ein Geniesser. Trinken Sie denn auch Alkohol?

Yakin: Ja, ein Bier am Abend oder ein Glas Wein zum Essen, das gönne ich mir gelegentlich. Ich brauche das aber nicht jeden Tag.

NIX: Sturzbetrunken sieht man den Hakan Yakin demnach nie?

Yakin: Nein, nein. Das könnte ich mir schon aus Image-Gründen nicht leisten.

NIX: Sie sind Nichtraucher. Haben Sie nie eine Zigarette probiert?

Yakin: Als Teenager habe ich nie eine Zigi angefasst, obschon da der Gruppendruck von den Kollegen war. Aber wenn einer einen starken Charakter hat, dann braucht er das nicht. Später habe ich es dann doch ausprobiert, der Rauch schmeckte mir aber gar nicht. Ich finde, man sollte vor allem in der Jugend die Finger von Zigaretten lassen.

NIX:  Warum?

Yakin: Weil der Körper von Teenagern noch nicht ausgewachsen ist und Nikotin das Wachstum hemmt.

NIX: Was denken Sie über Profifussballer, die rauchen?

Yakin: Ich kenne einige gute Fussballer, die rauchen. Das geht schon. In Bezug auf ihren Einsatz ist es aber sicherlich ein Handicap. Sie könnten wohl bessere Leistungen erbringen, wenn sie Nichtraucher wären.

NIX:  Ihre Freundin raucht. Stört Sie das?

Yakin: Nein, überhaupt nicht.  Ich finde bei solchen Themen kommt es immer auf das richtige Mass an. Man darf einfach nicht übertreiben.
 
Bio: Hakan Yakin, 26 ist einer der besten Schweizer Fussballer. Derzeit spielt er als Stürmer im FC Basel, in derselben Mannschaft wie sein Bruder Murat Yakin. Seit die beiden Brüder im Frühjahr 2001 im FC Basel vereint wurden, geht es mit dem Club steil bergauf. Sie spielen auch in der der Schweizer Nationalmannschaft. Hakan lebt mit seiner Freundin in Münchenstein BS. Er plant, demnächst zu einem ausländischen Club zu wechseln, am liebsten in eine Mannschaft in Italien oder Spanien.