Leseproben und Projektbeschriebe

Bilaterale Verträge Schweiz – Europa

Die Holländer beschäftigt eine grosse Frage: „Gibt es Kaffee nach dem Tod?“. Selbst wenn sie hart arbeiten – eine gemütliche Kaffeepause bedeutet Ihnen das wahre Leben. Menschen wie die Schweizer sind ihnen daher etwas …

März 2010  |   10 Minuten

Die Holländer beschäftigt eine grosse Frage: „Gibt es Kaffee nach dem Tod?“. Selbst wenn sie hart arbeiten – eine gemütliche Kaffeepause bedeutet Ihnen das wahre Leben. Menschen wie die Schweizer sind ihnen daher etwas suspekt. Die „Raclette-Köpfe“ würden ihren Kaffee viel zu schnell runterschütten, spotten die Holländer, sie hetzten durchs Leben, seien so überpünktlich, dass man nach ihnen die Uhr richten könne, und etwas verwöhnt seien sie auch… Der Zürcher Markus Engeli, 37, seit zehn Jahren in Amsterdam wohnhaft, lacht darüber. Längst spricht er akzentfrei holländisch, hat sich als selbständiger Industrie-Designer etabliert und lebt mit einer einheimischen Partnerin direkt an einer Gracht. Das Gespött über die Schweizer wird er sich indes noch oft anhören müssen. Glücklicherweise sind die Klischees über die Eidgenossen auch positiv besetzt: Die Schweizer, seien präzise, loben die Holländer, sie seien zuverlässig, hätten sehr gute Ausbildungen absolviert. So arbeitet man letztlich gerne mit einen Käsekopf, selbst wenn der seinen Kaffee zu schnell hinunter kippt. Man gibt sich tolerant in Holland.

Markus Engeli passt diese Mentalität. Ursprünglich hatte er an der renommierten Amsterdamer Rietveld-Akademie bloss einen Teil seiner Ausbildung in Holland absolvieren und danach nach Zürich zurückkehren wollen. Schliesslich gefielen ihm Land und Leute so gut, dass er in Amsterdam blieb. Zudem fand er in Holland den grösseren Design-Markt als in der Schweiz. Seine beruflichen Perspektiven waren besser. Nach nur einem Jahr als Angestellter wagte er den Übergang in die Selbständigkeit. Da ihn der jährliche Gang zur Fremdenpolizei jeweils „zu viel Nerven“ gekostet habe, liess er sich die Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung bisher durch einen Anwalt organisieren.

Den Anwalt kann er sich künftig sparen. Denn nun werden Markus Engeli und weitere 350'000 in Europa lebende Schweizer offiziell entlastet. Seit am 1. Juni dieses Jahres die bilateralen Verträge zwischen der Schweiz und der EU in Kraft getreten sind, sind Bewilligungen für die Auslandschweizer kein Thema mehr. Neuerdings gilt auch für sie der freie Personenverkehr in Europa: Sie dürfen in den 15 Ländern der EU und in den EFTA-Staaten wohnen und arbeiten wo immer sie wollen. Ihre Diplome werden anerkannt, ihre Sozialversicherungen angepasst, die Arbeitslosenversicherung wird europaweit organisiert. Selbst in emotionalen Belangen tritt endlich Besserung ein: neuerdings können sie Familienangehörige ohne langwierige Bewilligungsprozeduren ins Ausland nachziehen.

Die neuen Regelungen treten etappenweise in Kraft: Sofortige Freiheit erhalten jene Schweizer, die bereits vor dem 1. Juni 2002 in einem EU-Land registriert waren. Markus Engeli und seine Schicksalsgenossen profitieren als erste. Nach weiteren zwei Jahren, also ab 1. Juni 2004, kommen auch jene Eidgenossen in den Genuss der neuen Freiheiten, die bisher noch in der Schweiz angemeldet waren. Doch bereits jetzt verzichten einige EU-Länder freiwillig auf den Inländervorrang: Bisher musste ein europäischer Arbeitgeber beim Beantragen der Arbeitsbewilligung eines Schweizer beweisen, dass er keinen gleich qualifizierten EU-Bürger für die freie Stelle gefunden hatte. Nun fällt dieses Schweizer Handicap weg. Gemäss unverbindlichen Angaben wollen Grossbritannien, Irland, Schweden, Dänemark, Holland, Deutschland und die beiden EFTA-Staaten Norwegen und Island den Inländervorrang ab sofort nicht mehr wahrnehmen.

Die beruflichen Möglichkeiten der Schweizer steigen dadurch beträchtlich. Wohl betonen die Personalverantwortlichen europäischer Grosskonzerne, dass sie bei der Wahl eines Kandidaten nicht auf dessen Nationalität sondern auf seine Qualifikationen Wert legten. Dennoch hatten die Schweizer aufgrund des Inländervorrangs bisher oft das Nachsehen. Insbesondere junge Arbeitnehmer, die noch nicht als hochqualifizierte Fachleute auftreten konnten, unterlagen gegenüber der privilegierten EU-Konkurrenz. Zwar konnten sich zahlreiche Schweizer – wenn sie hartnäckig genug waren – auch bisher Arbeitsbewilligungen in Europa ergattern. Das war indes aufwändig und jedes Jahr erneut eine Zitterpartie.

Einfach war es bis anhin lediglich für hochqualifizierter Manager oder Fachspezialisten, wie etwa den Schweizer André Witschi, 51, Generaldirektor Economy Hotellerie Europa in der französischen Accor-Gruppe. Als er mit 40 die Schweiz verliess, gehörte er bereits zum Topkader, ging für fünf Jahre nach Frankfurt und für sechs Jahre nach Paris. Seit einigen Monaten arbeitet er in München. Seine Arbeitsbewilligungen erhielt er stets problemlos. Selbständig Erwerbende wie Markus Engeli hingegen hatten als Einzelkämpfer den schwierigsten Weg zu bestreiten. So blieb jungen Schweizern, die es nach Europa zog, bislang kaum eine andere Wahl, als sich von einem internationalen Konzern einstellen und dessen Personalabteilung um die Bewilligung ringen zu lassen. Allerdings sass man danach im goldenen Käfig, da man den Arbeitgeber nicht wechseln konnte, ohne erneut eine Arbeitsbewilligung beantragen zu müssen.

Die bilateralen Verträge schaffen Abhilfe. „Die Situation ist jetzt vorteilhafter, vorallem auf administrativer Ebene“, bestätigt Wolfgang Sonnabend, Personalbereichsleiter der deutschen Bertelsmann Logistic Services, „denn bisher waren viele Arbeitsbewilligungen für Schweizer bloss auf ein Jahr befristet. Diese Restriktion fällt nun weg.“ Und während der Münchener Luft- und Raumfahrtkonzern EADS noch vor zwei Jahren in einem Bilanz-Artikel beklagte, dass man gerne mehr Schweizer Ingenieure einstellen würde, wäre nicht das Problem mit deren Arbeitsbewilligungen, so erkärt Pablo Salame-Fischer, EADS-Manager für Nachwuchswerbung, die Schweiz heute als „interessanten Rekrutierungs-Markt“. Die kulturelle und sprachliche Affinität der Schweiz zu Deutschland und Frankreich, sowie die hohe Qualität der Ingenieursausbildung und die geographische Lage machten diese für EADS attraktiv, so Salame-Fischer. EADS stellt jedes Jahr rund 1000 neue Ingenieure ein und erhält jährlich “hunderte von Bewerbungen“ aus der Schweiz. Auch der in München tätige Schweizer André Witschi begrüsst die neue Situation: „Ich sehe in der Schweiz viele junge Talente, die wir künftig einfacher in unserer Unternehmen integrieren können“.

Das Tor zu Europa hat sich somit um einiges geöffnet. Doch ohne Biss und Durchhaltevermögen kommt man auch weiterhin nicht hindurch. Denn trotz der neuen Erleichterungen treten beim Zuzug in ein neues Land „hunderte von organisatorischen Hürden“ auf, wie André Witschi aus Erfahrung weiss. In Frankreich ärgerte ihn beispielsweise die umständliche Registrierung seines Autos, und derzeit in München ist es die zeitaufwändige Haussuche, die André Witschis spärliche Freizeit in Anspruch nimmt.

Wohnungssuche, Krankenkassenwechsel, Steuerbelange, das Eröffnen lokaler Bankkonten – all diese Dinge rauben in einem fremden Umfeld viel Zeit und Nerven. Wer seine Familie mitzieht, wird sich zudem mit der Suche nach Kinderbetreuungsmöglichkeiten und den Schulbehörden auseinander setzen müssen. Und das alles soll, je nach Land, auch noch in einer Fremdsprache bewältigt werden. Oft fehlt einem im Ausland zudem ein soziales Umfeld, Freunde also, die einem unterstützen könnten. Organisationstalent ist demnach gefragt. Wohl kann man auch eine Relocation-Firmen beauftragen, die sämtliche administrativen und organisatorischen Pendenzen regeln soll. Doch auch diese kann einem nicht vor allem Ungemach bewahren, wie die Erfahrung von Roland Schönholzer in Hamburg zeigt (siehe die separaten Berichte von sechs Auslandschweizern).

Das Überwinden solcher Schwierigkeiten gehört indes zum persönlichen Gewinn eines Auslandaufenthaltes. „Es fühlt sich einfach gut an, zu sehen, dass man die anstehenden Schwierigkeiten meistern kann“, sagt Urs Hanselmann, der seit zwei Jahren in Irland arbeitet. „Mich machen diese Erfahrungen glücklich“ berichtet Boris Durisin nach zwei Jahren in Mailand, „sie vermitteln ein gutes Selbstvertrauen“. Und Pascal Koller in London bestätigt: „Man muss sich im Ausland besser behaupten, Sprachschwierigkeiten überwinden und sich in einen neuen Markt einarbeiten. Hat man das bewältigt und sich eingelebt, macht die neue Aufgabe aber auch sehr viel Spass.“ Alle von der Bilanz befragten Auslandschweizer sind sich denn auch einig, dass die Auslanderfahrungen ihren persönlichen Horizont erweitert, ihr interkulturelles Verständnis verbessert und ihr Durchhaltevermögen verstärkt haben.

Nebst dem persönlichen Gewinn, profitiert man im Ausland vorallem beruflich. Man lernt neue Märkte, Arbeitsweisen und Sprachen kennen, verbessert seine Sozial- und Kulturkompetenzen, baut ein internationales Kontaktnetz auf. Industrie-Designer Markus Engeli in Holland ist überzeugt, dass er sich in der Schweiz nicht so gut hätte durchsetzen können. „In Holland wird die Arbeit eines Selbstständigen von den Behörden und der Gesellschaft stärker honoriert als in der Schweiz“, sagt er. Es herrsche ein besserers Unternehmerklima, gäbe sinnvollere Subventionen für innovative Unternehmer und die Produkteentwicklung würde durch die Handelkammer unterstützt. Auch Accor-Manager Witschi ist überzeugt: „Mein Weg ins Ausland brachte den entscheidenden Karriere-Kick“. Witschi war zuvor bei Mövenpick in einer guten Position, sah dort aber keine weiteren Herausforderungen mehr. Heute ist er für 240 Hotels mit über 3000 Mitarbeitern zuständig, arbeitet also in einer Grössenordnung, die er in einem Schweizer Gastro-Konzern gar nicht vorfinden könnte. „Die Schweiz ist ein kleines Dorf. Wer in einem internationalen Konzern Karriere machen will, der muss in die gross weite Welt hinaus“, bestätigt denn auch Headhunter Nick Engels von Signium International in Zürich. Allerdings, so warnt Engels, solle man nicht halbherzig ins Ausland ziehen: „Man muss sich voll aufs Abenteuer einlassen, 150-prozentiges Commitment mitbringen, viel arbeiten, sich effektiv im neuen Land integrieren und den Markt verstehen lernen. Das gelinge nur mit einer „One-Way-Ticket-Mentalität“.

Markus Engeli hat sich mittlerweile diese Mentalität angeeignet. Vielleicht, so spottet er, kehre er nach der Pensionierung mal wieder in die Schweiz zurück. Vorerst bleibe er aber in Amsterdam, da fühle er sich zu Hause. Zudem schmecke ihm der Kaffee in Holland irgendwie besser.

Text: Gabriela Bonin

 

Junge Auslandschweizer über ihre Erfahrungen im Beruf und mit den Behörden

Roland Schönholzer, 33, Hamburg, Branch Manager für die Schweizer Internetfirma „namics“, arbeitet seit 2 Jahren in Deutschland.

„Ein Auslandaufenthalt lohnt sich immer, keine Frage. Mein Einstieg war allerdings sehr anstrengend. Das erste halbe Jahr war ich noch in der Schweiz angemeldet und pendelte. Montags früh flog ich zur Arbeit nach Frankfurt, freitags spät abends kam ich zurück nach Will SG, zu meiner Frau und meinen zwei Kindern. Als ich danach unsere Filiale in Hamburg aufbaute, zog ich meine Familie nach. Wir hatten für den Umzug eine Relocation-Firma beauftragt, die alles für uns organisieren sollte, also alle Bewilligungen einholen, Wohnung suchen, Auto ummelden, Kindergartenplatz organisieren etc. Leider war der Service mangelhaft. Letztlich blieb viel Papierkram bei mir hängen. Es war relativ einfach, die Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung einzuholen. Viel zeitraubender sind die vielen Kleinigkeiten, wie beispielsweise als Ausländer ein Bankkonto eröffnen oder den Führerschein anpassen. Bisher erhielt ich bloss Arbeitsbewilligungen, die jeweils auf ein Jahr beschränkt waren. Dank den bilateralen Verträgen fallen diese Fristen weg. Aber ich atme auch für „namics“ auf. Fortan können wir mehr Schweizer nach Deutschland holen und müssen nicht mehr um deren Arbeitsbewilligung bangen.”

 

Boris Durisin, 29, Mailand, lehrt als Assistant Professor Marketing und Innovation an der Bocconi Universität, arbeitet seit 2 Jahren in Italien.

“In meinem Fachbereich hat die Bocconi Universität weltweit einen sehr guten Ruf. Auch arbeitet sie intensiv mit der italienischen Wirtschaft zusammen; dies erlaubt es mir, meine Konzepte im Bereich des Innovationsmanagements Topmanagern zu präsentieren und mit ihnen weiterzuentwickeln. Als junger Assistant Professor habe ich an der Bocconi bereits ein Vorlesungs-Pensum, welches in der Schweiz in etwa demjenigen eines Ordinarius entspricht. Anfangs hielt ich alle meine Vorlesungen in Englisch. Seit kurzem unterrichte ich auch auf Italienisch, das indes noch stark von englischen Fachbegriffen geprägt ist. Meine Zuhörer und ich lachen oft über die daraus entstehenden Sprachkreationen. Ich bin in Milano sehr glücklich und habe viel Spass an meiner Tätigkeit. Wer sich auf einen Auslandjob einlässt, sollte eine hohe Flexibilität mitbringen und lernen, mit Unsicherheiten umzugehen. Dass nicht alles geregelt ist und dass man Lösungen schrittweise zusammen erarbeitet, hat mir nie Probleme bereitet. Im Gegenteil: so entwickelt sogar ein Akademiker unternehmerischen Geist und Risikobereitschaft. Da ich in Mailand Wochenaufenthalter bin, habe ich meinen Wohnsitz noch immer in der Schweiz. Ich bin sehr dankbar über meinen Weg und würde allen Jungen einen Auslandaufenthalt empfehlen.”

 

Roger A. Jann, 31, Brüssel, im US-Healthcare-Konzern Baxter verantwortlich für Business Development in Osteuropa, mittlerer Osten und Afrika, seit 2 Jahren in Belgien, zuvor 5 Jahre in Frankreich.

“Mit Behörden und Papierkram musste ich mich nie herumschlagen. Als ich von Paris nach Brüssel wechselte, unterschrieb ich lediglich den Arbeitsvertrag – und fertig. Den Rest hat mir meine Firma abgenommen. Das ist der Vorteil, wenn man für ein grosses, internationales Unternehmen tätig ist. Und je höher man qualifiziert ist, desto leichter erhält man die Arbeitsbewilligung. Zudem lässt sich viel Bürokratie vermeiden, indem man es unterlässt, überkorrekt zu sein. Wenn sich die Behörden nicht melden, schliesse ich daraus, dass alles in Ordnung ist. Schwierig fand ich indes den Anfang, als ich mich für meinem ersten Job direkt im Ausland bewarb. Damals musste mich als Nobody von der Schweiz aus anbieten. Zum Glück hatte ich dank verschiedener Auslandpraktika während der Ausbildung schon gute Kontakte. Solche Verbindungen sind sehr hilfreich. Meiner Meinung nach lohnt es sich, genau zu prüfen, in welchen Firmen man arbeiten will und sich dann für ein Unternehmen zu entscheiden, dass progressiv ist und dass bereit ist, einem zu fördern. Hier im Ausland verdiene ich weniger als in ähnlicher Position in der Schweiz. Das nehme ich in Kauf, weil ich einen interessanten Job habe und weil mich der Einblick in andere Kulturen bereichert.”

 

Pascal Koller, 28, London, Geschäftsleitungs-Assistent der Swiss Re Financial Products, arbeitet seit 2 Jahren in England.

“Schon während meiner Ausbildung an der HSG verbrachte ich studienhalber und für Praktika Zeit im Ausland: Ich studierte zunächst ein halbes Jahr in Stockholm und arbeitete anschliessend je drei Monate in Südkorea und Indonesien. Das waren wertvolle Erfahrungen, die es mir später erleichterten, eine feste Stelle im Ausland zu erhalten. Ich war wohl einer der wenigen Hochschulabgänger, den Swiss Re direkt ins Ausland geschickt hat. Sie hatte keine Probleme, für mich eine Arbeitsbewilligung einzuholen. Die bilateralen Verträge werden sicherlich vieles erleichtern, aber ich bin überzeugt, dass eine Firma bereits heute Arbeitsbewilligungen erhält – sofern sie sich ernsthaft bemüht. Wer im Ausland arbeitet, hat am Anfang mit sprachlichen Schwierigkeiten, kulturellen Unterschieden und dem Mangel eines sozialen Umfeldes zu kämpfen. Ich hatte das Glück, dass ich in London bereits einige Freunde hatte. Und obwohl ich Freunde und Familie in der Schweiz vermisse, geniesse ich es auch, in der Distanz zur Schweiz, hier mein eigenes Leben zu führen. Man muss sich jedoch vergegenwärtigen, dass ein Auslandjob kein Ferienaufenthalt ist, dass man – ganz wie zu Hause – gefordert und an seinen Leistungen gemessen wird. Da ist es von Vorteil, wenn einem die Arbeit Spass macht.”

 

Urs Hanselmann, 32, Dublin, Sales Director Hilty Irland, arbeitet seit 2 Jahren in Irland.

„Die Hilti fördert ihre Führungskräfte konsequent, indem sie ihre Manager alle sechs Monate in Mitarbeitergesprächen auf ihr Potential überprüft. Ich bekam nach vier Jahren bei Hilti Schweiz, die Möglichkeit, in Dublin zu arbeiten. Da ich für meinem früheren Arbeitgeber vor Jahren einen sechs monatigen Stage in Malaysia absolviert hatte, wusste ich ein wenig, was mich an Herausforderungen erwarten würde. Mein Job hier in Dublin ist tatsächlich so interessant und challanging wie ich es mir erhofft hatte. Zudem entwickle ich ein neues Kulturverständnis und mache interessante Lebenserfahrungen. Meiner Frau und mir gefällt es im Ausland sehr gut. Dank den bilateralen Verträgen wird nun vieles einfacher: Ich muss mich künftig nicht mehr um meine jährliche Arbeitsbewilligung kümmern und meine Frau erhält viel mehr berufliche Perspektiven. Bisher musste sie nachweisen, dass ihr irländischer Arbeitgeber keine einheimische Arbeitskraft für den betreffenden Job gefunden hatte. Da sie deutschsprachig ist, arbeitet sie hier deshalb in einem deutschen Callcenter. Sie hat aber eine kaufmännische Ausbildung und kann sich künftig nun auch in ihrem Beruf ganz normal bewerben.”

Daniel Roth, 28, Tampere, Software-Entwickler, arbeitet seit 6 Monaten in Finnland

“Mein Auslandjob kam über die AIESEC zustande. Das ist eine weltweit tätige Non-Profit-Organisation, die Praktikakten vermittelt und von Studenten geleitet wird. Ich habe in Zürich Wirtschaftsinformatik abgeschlossen und leiste hier in Tampere als normaler Mitarbeiter vollen Einsatz. Dennoch bin ich offiziell als „Trainee“ mit einem Ein-Jahres-Visum angestellt. Auf diese Weise verdiene ich weniger Lohn, habe dafür aber umso mehr Spass. Ich arbeite in einem fünfköpfigen Team, und wir profitieren alle von einem guten Knowhow-Exchange. Die administrativen Belange für diesen Einsatz hat die AIESEC für mich übernommen. Dank ihrem Kontaktnetz wurde ich hier in Tampere vom lokalen Komitee sehr herzlich empfangen und sofort sozial integriert. Ich bin mit den einheimischen AIESEC-Koordinatoren und den Trainees der anderen Austauschprogramme ständig in Kontakt: wir unternehmen kulturelle Aktivitäten, lernen viel über Finnland, feiern Parties und unternehmen Ausflüge. Klar, ich hätte auch ohne fremde Hilfe eine Stelle im Ausland finden können, aber das wäre viel aufwändiger gewesen und hätte nie so viel Spass gemacht.“

 

Bücher:

– Norbert Winistörfer, „Ab ins Ausland!“ Beobachter-Buchverlag, ISBN: 3-85569-210-6, Fr. 36.80: Gute Tipps, auf Schweizer Verhältnisse zugeschnitten.

– Martin Massow: Karriere-Atlas Europa. Econ Verlag, München 2001, ISBN 3-548-70039-X, Fr. 19.10. Viele Infos zu Arbeiten in 46 Ländern. Hilfreiche Links.

Websites über Europa

– www.swissemigration.ch, die Website des Bundesamtes für Ausländerfragen informiert über alle Aspekte eines Auslandaufenthaltes. Gute Links. Spezifische Länderbroschüren können online bestellt werden.

– www.europa.admin.ch: Alle Infos des Bundes über die bilateralen Verträge. Viel Wissenswertes für Auslandschweizer. Hier kann die sehr informative Gratis-Broschüre „Schweizerinnen und Schweizer in der EU. Was ändert sich mit dem bilateralen Abkommen zur Personenfreizügigkeit?” bestellt werden. Ebenso kann man unter dem Link http://www.eda.admin.ch/eda/g/home/traliv/living/publi.html gratis den „Ratgeber für Auslandschweizer" bestellen.

– www.europa.eu.int: alle Infos über Europa

Hilfreiche Adressen

– Integrationsbüro EDA/EVD, Bundeshaus Ost, 3003 Bern, Tel. 031 322 22 22, Fax, 031 312 53 17, europa@seco.admin.ch, www.europa.admin.ch

– Bundesamt für Ausländerfragen, Auswanderung und Stagiaires, Quellenweg 15, 3003 Bern, Tel. 031 322 42 02, Fax 031 322 44 93, swiss.emigration@bfa.admin.ch, www.swissemigration.ch

Jobsuche in Europa

Wer schon während der Ausbildung oder des Studiums durch ein Praktikum Auslanderfahrung sammelt, hat später mehr Chancen, eine feste Stelle im Ausland zu finden. Studentenorganisationen helfen bei der Praktika- oder Stellensuche. Empfehlenswert ist auch der Einstieg in ein international tätiges Schweizer Unternehmen, das die Möglikeit bietet, in einer ausländischen Zweigstelle zu arbeiten. Bei der Stellensuche auf eigene Faust empfehlen sich Vorrecherchen auf dem Internet. Um den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern, hat die EU das EURES-System entwickelt (European Employment Services). Neuerdings beteiligt sich auch die Schweiz daran. Unter http://www.eures-jobs.com/jobs/de/jobs.jsp sind tausende von offenen Stellen in Europa aufgeführt. Weitere gute Links für die Jobsuche:

– www.eda.admin.ch/eda/g/home/dep/jobs.html: alle Infos über Auslandjobs im Eidgenössische Department für auswärtige Angelegenheiten EDA

– www.vip.unisg.ch: die Site der HSG St. Gallen informiert breit über die Arbeitsmarktsituation. Weitreichende Linkliste.

– www.aiesec.ch: weltgrösste Studentenorgansiation, die Studenten und Hochschulabgängern Praktika im Ausland vermittelt

– www.studex.ch: im Auftrag des Bundesamtes für Bildung und Wissenschaft vermittelt StudEx drei- bis zwölfmonatige Auslandpraktika in 32 europäischen Länder.

– www.intermundo.ch: Dachverband zur Förderung von Jugendaustausch

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