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Reportagen

Die Späher

Frankreich/Nizza - Delfine in freier Natur erleben: Möglich ist dies ganz in der Nähe, auf Forschungschiffen im Mittelmeer.

Für die Schweizer Frauenzeitschrift annabelle, Frühling 1999

Du umgarnst sie, wirbst um sie. Näherst dich behutsam, aber bestimmt. Wie bei einer Frau, die du begehrst. Niemals bedäengst du sie, nie missachtest du ihren Willen. Immer nur zeigst du Hingabe und Respekt. Und betrachte es dann als eine eine Ehre, wenn sie dich auserwählen und eine Weile mit dir ziehen. Die Delfine und du.

Da haben wir Marcos Credo. Weisungen eines Mannes, der was von Leidenschaften versteht, von wilden Tieren und vom Meer. Marco, der Seemann, Italiener, 34. Ein Skipper, mit dem man blind über den Atlantik segeln würde. Einer, der abends mit seiner Gitarre die Liebe besingt, der einige Büschel Basilikum zur besten Pesto deines Lebens erheben kann, seine Koje mit dem Poster zweier Defline im Mondschein schmückt und auf dem Navigationstisch einen hellblauen Stoffwal beherbergt. "Delphinia sea conservation" heisst seine Organisation, daran beteiligt seine Freundin Enrica, 27, Astronomin und Delfinforscherin. Ihr Ziel: Erforschung und Schutz von Delfinen und Walen. Dies im Mittelmeer, den ganzen Sommer über, zusammen mit Touristen (siehe Box).

Bis 16 lebte Marco in Mailand, "einer Stadt im Dreck, Lärm und Stress". Dann ging er, wie einst schon sein Vater, aufs Meer, entschied sich für ein Leben mit seinen eigenen Gesetzen und dem unerbittlich wichtigsten Gebot: Respekt vor der Natur. Breitbeinig, stämmig steht er nun hinter dem Steuer, streichelt mit den Blicken das Wasser. Alles flach und windstill, ideale Bedingungen, um Delfine und Wale zu orten. Die DIVA, eine 16-Meter-Segeljacht, schiebt sich unter Motor ins Nichts. Hinter ihr Nizza, vor ihr nur blaue Weite und die Hoffnung auf vorbeiziehende Delfinschulen.

Jeder an Bord prüft den Meerespiegel. Sind da irgendwo Flossen? Gar Fontänen? Jede Welle wird zur vermeintlichen Finne, jedes Glitzern zur silbergrauen Haut. Warten und Warten - bis zur Meditation. Nur du, deine Sehnsucht und die Unendlichkeit. "Was mir das Meer bedeutet? Weisst du, es ist fuer mich...", Marco sucht nach dem treffenden Wort, verliert seinen Blick in der Ferne -plötzlich tauchen da Delfine auf. Und Marco lacht: "...es ist das Leben schlechthin."

Die Gaeste der DIVA hechten alle auf eine Seite, Fotoapparate vor der Nase, ein Staunen und Lächeln im Gesicht, Ahhs und Ohhs im Ohr. Silbern schnellen die schlanken Besucher durch die Bugwellen, wie ein Angriff verspielter Lausbuben. Delfine, hier-da-und-dort! Viel zu schnell fuer Menschenaugen. Langsam genug für Menschenseelen. Heiterkeit hält unwillkürlich Einzug, eine innere Leichtigkeit. Du möchtest auch mal wieder Luftsprünge machen, einfach so, warum eigentlich nicht? Haben die was, was du nicht hast? Zu zweit, völlig synchron, drehen die Tiere ab, springen dann wieder jäh aus dem Wasser - du möchtest klatschen vor Glück. Hoffst, dass sie dich noch nicht verlassen, hängst über dem Reeling, flehst still um etwas Aufschub. Noch einmal, bitte. Bist du das wirklich, der da die Fassung verliert, bloss weil einige graue Rücken deinen Weg kreuzen?

Dann schaust du in ein Auge, ja, nur in eines, denn ein Delfin dreht sich immer auf seine Seite, um dich anzuschauen. Du siehst also dieses eine Auge und glaubst darin gleich mal alles zu finden: Schalk, Weisheit, Wärme... Nein doch, denkst du, bloss nicht projezieren! Keine menschlichen Werte auf Tiere übertragen. Aber du kannst nicht anders. Denn das Auge da unter den Bugwellen schaut dich richtig an. So wie dich schon lange keiner mehr angeschaut hat: interessiert, neugierig, irgendwie wissend...

Künftig willst auch du mehr wissen. Woher die kommen, was sie wollen, warum sie so gucken...? Dafür ist Enrica zuständig, ausgerüstet mit Fotos, Tabellen und Positionsmessgereat. So sitzen die Gäste bald schon über ihren Lehrbüchern, konzentrieren sich auf Enricas Vorträge. Auf englisch, französisch oder auch auf deutsch sofern Ruth, 49, die Wirtschaftsinformatikerin aus Zuerich, übersetzt. Ruth ist schon die dritte Woche an Bord, hat ihre Ferien spontan verlängert, weil ihr das alles neue Kraft gibt. "Völlig ausgepumpt" war die Kaderfrau aufs Boot gekommen, wollte eigentlich nur abschalten und segeln und verfiel dabei unverhofft einer neuen Leidenschaft, den Delfinen.

Nun hilft sie Enrica bei Lektion 1: Delfine und Wale sind keine Fische sondern Meeresäuger. Wissenschaftlich nennt man sie Cetaceen. Vor rund 60 Mio Jahren trugen sie noch Pelz und hatten Pfoten, sahen aus wie Wölfe mit kurzen Beinen, dann zwang sie die Evolution ins Wasser, almählich, so im Verlauf von 10 Millionen Jahren, schwand ihr Haar, wuchsen Flossen. Es gibt die hübsche These, wonach die Urdelfine mal eine Epoche im Einklang mit den Urmenschen verbracht haben sollen, damals, als beide noch an Land wie auch im Wasser jagten.

Gucken sie dich deshalb so wissend an? Ahnen sie eine Verwandschaft, weil du wie sie zum atmen auftauchen musst und in sozialen Gemeinschaften lebst. Oder etwa weil auch du hin und wieder Sex aus purer Lust betreibst, in der guten alten Missionarstellung so wie sie es tun? Man weiss es nicht, selbst wenn einige Phantasten ganze Bücher mit Delfingesülze fuellen. Aber Enrica holt die Gedanken zurück zu den Fakten: Im Mittelmehr tummeln sich weit mehr Cetaceen als man gemeinhin denkt: mindestens 12 Arten, vom kleinen Tümmler bis zum 22-Meter-Finnwal.

Und dann eine kleine Zwischenlektion: Die Gäste auf der DIVA gelten hier nicht als Touristen. Sie werden als Mitarbeiter eingesetzt, sind Helfer in der Cetaceen-Basisfeldforschung und somit auch Botschafter für eine Schutzzone im Dreieck zwischen Genua, Nizza und Korsika. Das ist es, was Organisationen wie etwa die "Delphinia", der WWF, die Schweizer "firmm" oder "ASMS" anstreben (siehe Box). Denn in diesem Dreieck lockt ein erhöhter Planktonanteil die Cetaceen an, zum Fressen, wohl auch zum Paaren und gebären. Bloss: genaues weiss da niemand und allein mit der Beobachtung, dass die Tiere durch übermaessigen Schiffsverkehr, Ausfischerei und Umweltverschmutzung massiv gestresst werden, gibts noch längst keine Schutzzone.

Was es braucht, sind wissenschaftliche Daten. Also die Arbeit von Meeresbiologen, Delfinforschern - und ihren Helfern. Wer wollte sich angesichts dieser Lage noch Tourist nennen. Artig nehmen sogleich alle DIVA-Mitarbeiter ihre Beobachtungsplätze auf dem Boot ein. Erneutes Warten, diesmal ein wissenschaftliches. Aber dennoch durchaus angenehm. Stunden der Musse für einige Momente des Glücks. Die Delfine müssen dir wohlgesinnt sein, fordern kannst du nichts. Aber ist es nicht fantastisch: Sie sind die einzigen wildlebenden Tiere, die freiwillig zum Menschen kommen und mit ihm spielen wollen.

Deswegen wurden sie schon bei den alten Griechen als göttliche Wesen verehrt. Mythen verzählen von Delfinen, die verirrte Schiffe zum Hafen führten. Oder davon wie geldgierige Matrosen den berühmten Leierspieler Arion über Bord warfen und ihn ein Delfin auf seinem Rücken an die rettende Kueste fuehrte. Und vom Meeresgott Poseidon, der das Herz seiner angebeteten Amphitrite erst gewinnen konnte, als er sich in einen Delfin verwandelt hatte. Aus Dank dafür versetzte Poseidon den Delfin daraufhin unter die Sterne. Noch heute sehen wir das Sternbild Delphinus am Rande der Milchstrasse.

Doch weder oben am Sternenhimmel noch unten im schwarzen Wasser sind nun Delfine auszumachen. Die DIVA fährt mittlerweile ins Dunkle, Nachtüberquerung von der Cote d'Azur nach Korsika. Das heisst Wache schieben, ein Job für die Mitarbeiter: Den Anfang machen Peter, 39, Radiologe aus Bern und Sandra, 27, Lehrerin aus Guarda GR. Die beiden kennen sich kaum, sind stille Menschen, sitzen nun, zwei Tage nach Ferienbeginn, in dicke Jacken eingemummelt auf Deck. Die Nacht ist feucht, kühl und mondleer. Etwas unheimlich für Segellaien. Peter kämpft gegen seine Seekrankheit, Sandra gegen die beklemmende Enge an Bord. Nur wenige Quadratmeter gehören ihr, die Koje teilt sie mit Peter, null Privatsphaere, gleich nebenan der dröhnende Motor.

Marco und Enrica dösen. Oder tun so als ob. Eigentlich könnten sie selbst Wache schieben. Sie wollen aber, dass ihre Mitarbeiter nicht bloss Delfine gucken, sondern auch das Meer schmecken. Und dass sie kochen, das WC putzen, die Bordkasse führen. Das gehört dazu. Und schafft ohne Zweifel Gruppendynamik. Eine Stimmung wie einst bei der Nachtübung im Klassenlager: Geflüster, angespannte Ruhe, leises Scheppern des Teekessels, Rascheln der Guetsli-Packung, Taschenlampen. Schüchtern wird nach zwei Stunden das nächste Wachepaar geweckt.

Bettina, 10, das einzige Kind an Bord, darf ihre Wache verschlafen, weil Ruth eh wach ist und daher die zwei Stunden mit Bettinas Mutter übernimmt: Jolanda, 47, Hausfrau aus Kreuzlingen, segelerfahren, eine fidele, kreative Frau, kam aufs Boot, um Bettina mal etwas "ganz Spezielles zu gönnen". Beide werden sie während dieser Reise voll auf ihre Rechnung kommen. Immer wieder sieht man Bettinas Augen gross und leuchtend werden, gebannt sitzt sie jeweils am Bug.

Jolanda schreibt alle Ereignisse in ein Tagebuch: die Stationen der Reise (Nizza - St.Laurent du Var - Calvi - Ansa della Girolata - Nizza), die Weggefaehrten (winzig-geniale Segelquallen; erschöpfte Spatzen, die sich an Bord vom Fliegen erholen; aufgeblasene Mondfische; Treibnetze) und natürlich die Begegnungen mit den Cetaceen ("Diese Tiere wissen noch, um was es im Leben geht.").

Korsika wird sichtbar. Nach 29 Stunden auf dem offenen Meer steuert die DIVA zum Hafen von Calvi. Der schickt ihr gleich mal eine Willkommenstruppe Stenella coeruleoalba zu, eine Grossfamilie blauweisser Delfine. Die alten Korsen glauben, dass Seeleute, die auf dem Meer sterben, von Poseidon zu Delfinen verwandelt wuerden. Deshalb solle man stets nach der Gunst der Seelen zu gewinnen trachten, die auf dem Meer geblieben sind. Immer und immer wieder wendet Marco die DIVA, schiebt sich behutsam von der Seite zu den Tieren. Nie fährst du frontal auf sie zu, nie quer, das könnte sie erschrecken oder stressen, vielleicht sind sie ja gerade am fressen oder am säugen. Du versucht es langsam, schräg von hinten. Ihre Freiheit zu akzeptieren, heisst bereits die Natur zu respektieren.

Neugierig tauchen sie mal links, mal rechts auf, sind aber auf Sicherheitsabstand bedacht. Müssen wohl Mütter mit Jungen sein. Je nach Art sind Cetaceen 10 - 16 Monate trächtig, gebären dann meist mit Hilfe von Tanten und "Hebammen", säugen etwa zwei Jahre, bleiben bis zu sechs Jahre eng mit ihren Jungen zusammen. Bis sich diese dann mit anderen Artgenossen gleichen Alters zusammenschliessen: In mutig-wilde, männliche Halbstarken-Cliquen oder in etwas zurückhaltendere weibliche oder gemischte Gruppen.

Die Menschengruppe auf der DIVA hat sich spätestens seit der Nachtwache zusammengeschlossen. Anfängliche Hemmungen fallen, die Platzangst schwindet. Hast du die Kollegen erst mal im Pijama gesehen und morgens mit ihnen die Kaffeebüchse gesucht, können sie nicht mehr Fremde sein. Nach knapp drei Tagen an Bord, kennst du ihre Grundüege, einige ihrer Marotten. Und almählich befreist du dich von der herrschenden political correctness, die dir anfangs noch die Schamröte ins Gesicht trieb, weil du zugabst, auch schon mal die falschen Thunfischbüchsen gekauft zu haben.

Apero-Zeit, Wein, Nüssli, Oliven. Marcel, 40, Fotograf aus Zürich, luemmelt sich auf seiner Pritsche hinter dem Esstisch, "he, wisst ihr, dass Delfine ein kleineres Gehirn als Ratten haben", frotzelt er, "die sind gar nicht so intelligent!" Protest, Puh-Rufe und sogleich heftiges Debattieren. Was heisst schon intelligent! Die haben einfach eine andere Intelligenz als wir. Leb du doch erst mal selbst im Meer, so friedvoll und sozial, und überhaupt...

Peter, der Radiologe, gibt sich beindruckt vom Sonarsystem der Cetaceen. Die Medizin sei schon sehr weit, könne mit den neuen Maschinen selbst Blutkörperchen pulsieren sehen, erklärt der Profi für Ultraschall, er gehe aber davon aus, dass Delfine "viel weiter sind als wir. Die sehen 3-D-Bilder". Ebenso beeindruckt den ehemaligen Chirurgen, dass "Wale die Sauerstoffzufuhr ihrer Organe gezielt auf ein Minimum reduzieren koennen, so wie es Mediziner bei Herzoperationen machen." "Ja, super Maschinen sind das", pflichtet ihm Ruth bei. Also doch intelligent.

Mittlerweile ruht die DIVA im korsischen Naturschutzgebeit von Ansa della Girolata, in einer verzauberten Minibucht mit verfallener Genoveser Burg und nur wenigen Häuschen. Rundrum das tosende Meer, drinnen aber eine Stille, die nur von Eselsgewieher und Vogelgezwischter getragen wird. Hier könntest du ewig bleiben. Vergiss die Zivilisation, den Stress, die Sorge um das morgen. Das Meer mit seiner Erhabenheit, setzt an, dich zu heilen. Es sind nicht die Delfine, die dir das Glück bringen. Die erzählen dir bloss davon, sind Botschafter einer Welt, die du stets vergisst. Nun aber lauscht du, schaust in ihr Element, in die Weisheit des Meeres. Und kehrst in dir selbst ein.

Schon beginnt die Rückreise, erneut eine Nachtüberquerung, 100 Meilen bis Nizza. Kein Problem für die mittlerweile eingespielte Gruppe. Während die meisten noch schlafen, entdecken Bettina und Jolanda im Morgengrauen eine Schule von Rundkopfdelfinen. Was folgt, ist ein Tag mit sovielen Cetaceen, dass man sich kaum noch auf die Toilette getraut, bloss um nichts zu verpassen. Immer wieder schnellen neue Gruppen um die DIVA, was für ein Glueck, wenn man bedenkt, dass die Gäste der Vorwoche nur einmal einige Finnen haben erhaschen dürfen. Was fehlt, ist bloss noch ein Wal, "das wäre der Höhepunkt", sagt Sandra.

Als er dann wirklich auftaucht, willst du es kaum glauben. Da schiebt er langsam, unglaublich würdevoll seine Masse durch den Meerespiegel. Kraft und Eleganz pur. Die Nackenhaare stehen dir auf, du hältst den Atem an. Was für ein Tier! Ein Finnwal, grösser als die DIVA. Stille auf dem Boot, keine Kommentare, bloss ergriffenes Lächeln. "Emotionale", ruft schliesslich Marco, lacht, klopft sich mit der flachen Hand aufs Herz. Dann umgarnt er den Besucher, wendet die DIVA immer wieder. Fast zwei Stunden dauert die Begegnung bis der Wal wieder abtaucht, in 500 Meter Tiefe.

Du fragst dich, welches Geheimnis er dort unten bewahrt, möchtest ihm folgen. Dir scheint, als haettest du in diesen 20 Tonnen erhabener Masse einen Urboten der Weltseele vorbeigleiten sehen. Und die Delfine, ja, das sind ihre kleinen Schwestern, die dir immer wieder zeigen wollten, dass es noch mehr gibt als free Willy und Flipper.


Servicebox:

Wer nicht bloss passives, oft nur auf Profit orientiertes "whale waching" betreiben will, kann sich in seinen Ferien aktiv im Schutz für die Meeressäuger einsetzen. Dabei hilft man Wissenschaftlern in ihren Forschungsprogrammen indem man Delfine und Wale beobachtet, zählt, fotografiert und identifiziert. Diese Daten und Bilder werden in Zusammenarbeit mit Universitäten ausgewertet. Gewisse Projekte sind nur dank zahlenden Gaesten überhaupt finanzierbar. Dafür profitiert man vom Fachwissen der Experten und erlebt die Tiere in Freiheit.

Die beschriebene Reise fand unter der Leitung der Schweizer Stiftung "firmm" statt. Diese "foundation for information on research on marine mammals" versteht sich als informative und wissenschaftliche Plattform für den respektvollen Umgang mit Meeressäugern. Im kommenden Sommer engagiert sie sich vorwiegend in der Beobachtung von Walen vor Tarifa, Spanien. Diese wird täglich von der Küste aus mit Schlauchbooten durchgefürt. Mehr Infos unter: firmm98@aol.com, www.firmm.org, Tel. Tarifa Office: 0034 965 62 70 08.

Empfehlenswerte Forschungsreisen im Mittelmeer führt auch die Arbeitsgruppe zum Schutz der Meeressäuger Schweiz (ASMS) durch. Weitere Infos:
- ASMS Antenne Romande, Max-Olivier Bourcoud, Esparcette 5, 1023 Crissier, Tel. 021 634 26 26, Fax 021 635 58 58, e-mail asms.antenne.romande@worldcom.ch, Internet www.oenology.ch/asms.


Die ASMS empfiehlt ebenso die Arbeit der franzoesischen CETUS, die sich besonders kinderfreundlich zeigen. Weitere Infos:
- Cathy Frischknecht, CETUS, Rosentalstr. 45, 8400 Winterthur, Tel. 052 212 36 68, Fax 052 212 33 71, e-mail Cetus@wanadoo.fr.

Wer Kälte und simpelste Camp-Atmosphäre nicht scheut, kann sich an der Erforschung von Beluga-Delfinen im Weissen Meer, Russland, beteiligen: Arcatour, Zug, Tel. 041 729 14 20. Zahlreiche weitere Reisbueros bieten Delfin- und Walreisen in aller Welt an, so etwa Olimar Reisen (Tel. 01 928 20 3092) in den Kanarischen- und Kapverdischen Inseln oder Icelandair (Tel. 056 675 75 55) in Island. Prüfen Sie, ob das Angebot tatsaechlich wissenschaftlich ist!

Kosten: Eine Woche auf einem einfach eingerichteten Segelboot kostet mindestens 1000 Franken zusätzlich Beteiligung an Mahlzeiten, Hafengebüren, evtl. Treibstoff. Wichtig: Erkundigen Sie sich vor der Reise genau über die Forschungsarbeit, den Komfort, ihre Mithilfe sowie die Sprache oder Übersetzungsmöglichkeiten an Bord.

Box: Delfin- und Walschutzgebiet

Im Mittelmeer sind mindestens 300 Finnwale und rund 25'000 Delfine heimisch. Doch die Meeressäuger sind bedroht: Schwermetalle und Pestizide im Wasser, Überfischung, starker Schiffverkehr und zunehmender, respektloser Whalewatching-Tourismus machen den Tieren zu schaffen. Deshalb fordert der WWF ein internationales Schutzgebiet, das vom italienischen Grossetto über die Nordküste Sardiniens bis ins französische Toulon reichen soll, 100'000 km2 für die Cetaceen vor der Riviera und der Cote d'Azur. Wer sich dafür will, wendet sich an den WWF Schweiz (Tel. 01 297 21 21) oder direkt an Alessandra Poggiani vom WWF Mediterranean Programme Office in Italien: Tel. 0039 06 844 97360, Fax 0039 6 841 3866, e-mail mc2248@mclink.it. Ebenso engagieren kann man sich ebenso beim ASMS, Tel. 01 780 66 88, Fax 01 780 68 08.

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