twitter.comlinkedin 

Corporate Publishing

Schweiz Tourismus - Wandern - SonntagsZeitung

Sauerstoff tanken, sich selbst spüren, in die Natur lauschen, schauen und staunen – Wandern stimuliert die Sinne. Zur Krönung der Tour gönnt man sich die Spezialitäten der Region: Würzige oder süsse Leckerbissen. Und vollkommenen Wein.

Vier Texte zum Thema Wandern für eine Promo-Beilage von Schweiz Tourismus in der Sonntags-Zeitung

Vier Texte für eine Wanderbeilage:

Kulinarische Reise: Die Schweiz auskosten

Es zirpt und raschelt in den Wipfeln, ein Specht klopft, ein Bächlein gurgelt: Schritt für Schritt stimulieren die Wanderer all ihre Sinne. Man horcht, schmeckt und schnuppert, was da so in der Luft liegt: Der Duft von Tannin, von Maiglöckchen und Humus etwa. Selbst ein dampfender Kuhfladen mag Heiterkeit auslösen: Er ist Gewähr dafür, dass aller Arbeitsstress weit weg ist, dass man draussen ist, frei und unbeschwert.

Die Tritte der Wandersleute federn auf weichen Pfaden, die Sonne wärmt, ein Lüftchen kräuselt durchs Haar und die ganze, pralle Natur liegt den Ausflüglern im wahrsten Sinne des Wortes zu Füssen. Da hüft das Herz vor lauter Wanderslust und gesunder Bewegung.

Nach einem wackeren Marsch gleicht selbst der kleinste Imbiss einem Festessen. Nie schmecken Cervelat und Apfelstücke köstlicher als während einer Rast. Kein Getränk erquickt mehr als das Wasser, das man mit beiden Händen durstig aus der Quelle schöpft. Und dann erst die Pinten, Grotti oder Schenken, die an vielen Stellen der Wanderwege zur Einkehr locken. Da bekommen die Kleinen einen Nussgipfel oder einen Coupe mit ganz viel Glace und Meringue. Je nach Region erfreuen sich die Grossen vielleicht an einem Bündner Plättli oder einem Tessinerteller.

Was die Erde hervorbringt, das schmeckt vor Ort am besten: Wer während froher Stunden durch das Lavaux gewandelt ist, der weiss ein Gläschen Chasselas ganz besonders zu würdigen. Zahlreiche Weinkeller halten Ihre Tore für kleine Wanderpausen offen. In ihren Gewölben können die edlen Tropfen degustiert werden. Dazu noch knuspriges Brot und ein Käseplättli: Man schliesst unmerklich die Augen, geniesst bewusst den Gaumenschmaus.

Kein Wunder, dass dieser Wein so gut mundet – die Weinberge des Lavaux werden seit Jahrhunderten sorgfältig kultiviert. So wertvoll und schön sind sie, dass sie die UNESCO 2007 zum Welterbe erklärt hat. Das Weinbaugebiet erstreckt sich über 40 Kilometer an den Ufern des Genfersees entlang – hier, zwischen Lausanne und Montreux, geniesst man die zauberhaftesten Panoramen. Wem es anschliessend nach den warmen Gerichten der Waadtländer Küche gelüstet, der gönne sich in einer Auberge ein zartes Lamm in Kräuterkruste, delikate Felchenfilets oder den traditionellen Gemüse-Topf „Papet vaudois“.

Genusswanderungen bieten sich auch in der Region Fribourg auf dem „Chemin du Gruyère” an: Diese dreistündige Strecke führt von Charmey mit seinen Wellnessbädern bis nach Gruyères mit seinem Schloss, der Altstadt und Schaukäserei. Hier kann man einen der raffiniertesten Käse der Welt degustieren. Seine ausgereifteste Version, der „Le Gruyère Premier Cru“, wurde schon dreimal als „bester Käse der Welt“ bei den World Cheese Awards in London gekürt – das bisher hat noch kein anderer geschafft.

Ist es die Würze dieser spektakulären Natur, die dem Weltmeisterkäse seine Raffinesse verliehen hat? Der kühne Geist, den man hier in der Fribourger Region stets brauchte, um so abenteuerliche Gegenden, wie etwa die Jaunbachschlucht zu bewältigen? Wandern Sie durch die Schlucht – über Holzstege, durch Tunnels und unter Felsgalerien hindurch,und urteilen Sie dann selbst!

Danach warten süsse Versprechungen auf die Wanderer: Der Chemin du Gruyère führt nämlich an Broc vorbei – dort wo die Schokoladenfabrik „Cailler“ einen weiteren Schweizer Weltmeister produziert: Schokolade noch und noch kann hier probiert werden.

So geht es Schritt um Tritt weiter durch den Natur- und Gaumengenuss der unterschiedlichsten Schweizer Regionen: So ziehen wir beispielsweise ins Tessin zum Verzasca-Tal. Der „Sentiero Verzasca“ ist eine märchenhafte Wanderung: Idyllisch schlängelt sich der Weg ab Sonogno, immer in Flussnähe, durch lichte Birken- und Lärchenwälder und über Moorwiesen. Die hiesigen Grotti verwöhnen die Wanderer mit Tessiner Spezialitäten: Mit Salsiccia etwa, Risotto oder Polenta – dazu passt am besten ein süffiger Merlot.

Echte Hausmannskost geniessen wir auch auf einer Tour beim Säntis. Der „Appenzeller Alpenweg“ startet auf der 1350 Meter hoch gelegenen Schwägalp. Da kann man sich beispielsweise ein „Senneplättli“ gönnen: Mit der lokalen Rohwurstspezialität „Pantli“, mit Mostbröckli, Säntisbröckli, Bauernspeck und Schwägalpkäse. Die Tour führt über eine reizvolle Moor- und Waldlandschaft bis zum Kronberg. Von dort aus blickt man auf 1663 Metern Höhe über Hügellandschaften bis hin zum Bodensee.

Bereits beim Abstieg freut man sich auf ein währschaftes Abendessen. Wie wär’s mit den typischen  "Appenzöller Südworscht mit Chäshörnli ond Epfelmues“? Dialekt verstanden? Egal, das ist nicht nötig. Wandern Sie einfach zum Säntis – ein vertieftes Verständnis für die lokale Genüsse wird sich dann ganz von alleine einstellen.

Typische Schweizer Hotels

Typische Hotels in typischer Natur – Schweiz pur

Wandern ist die vollkommenste Art der Fortbewegung, wenn man die Schönheiten der Schweiz geniessen will. Wer nach seiner Tour zudem authentische Gastfreundschaft sucht, der mache es sich in einem Typischen Schweizer Hotel gemütlich.  

Ist ja logisch: Als Schellenursli nach vollbrachtem Abenteuer nach Hause stürmte, setzte ihm die Mutter geröstete Kastanien vor. Nie wäre es ihr eingefallen, Scampi oder Thai Curry aufzutischen. Und selbstverständlich sank der kleine Ausreisser danach in ein weiches, kuscheliges Holzbett und nicht auf einen harten Futon.

Ticken wir nicht ähnlich? Was essen wir nach einer Tour durch Engadiner Tannenwälder und Schluchten oder nach einem Schäferstündchen auf blühenden Bergwiesen? Da verdrücken wir abends sinnigerweise einen Teller hausgemachte Capuns oder Pizzokel und nicht etwa einen Kebab. Und natürlich ziehen wir ein historisches Hotel wie das „Engiadina“ in Scuol einem gesichtslosen Betonklotz vor.

So viel Nostalgie muss sein – selbst wenn wir tagsüber auf der Wanderung hochmodern ein Leih-GPS-Gerät als digitalen Wanderführer mit uns tragen. Da hätte Schellenursli aber gestaunt: Das GPS führt im Nationalpark durch den Kinderpfad Champlönch und unterhält die kleinen Wanderer mit Marmotin, dem Murmeltier und anderen virtuellen Begleitern. Die einfache, traumhaft schöne Wanderung führt über Champlönch zur Alp Grimmels, im Zickzackkurs runter zur Ova da Val Ftur und gemütlich den Hängen des Piz dal Fuorn entlang.

Danach kehrt man dann eben gerne in ein Hotel wie das „Engiadina“ ein. Mit seinen kunstvollen Graffiti und dem breit geschwungenen Eingangstor wirkt es wie Schellenurslis Elternhaus. In diesem stilvollen Engadiner-Haus aus dem 16. Jahrhundert erwarten einem wunderbar bequeme Holzbetten in getäferten Arvenzimmern. Auf der Abendkarte entdeckt man die Erzeugnisse aus jener Region, die man tagsüber bestaunt hat: Es lockt ein Rindsfilet vom Engadiner Black Angus oder ein Alpenjunghirschrücken glasiert mit Tannenhonig, serviert mit knusprigen Haselnusspizzokel.

Einheimische Produkte finden sich bei allen Typischen Schweizer Hotels auf der Speisekarte: Mindestens dreissig Prozent des Angebots sind regionale und Schweizer Spezialitäten. Ebenso stammt mindestens ein Fünftel des Weinangebotes aus der Schweiz. Und wie das „Engiadina“ zeugt jedes der 256 Typischen Schweizer Hotels von Authentizität und Originalität. Darüber hinaus verspricht es persönliches Engagement des Gastgebers und hohe Gastfreundschaft.

Das spürt man auf besondere Weise im familiengeführten Walliser Hotel Fafleralp: In diesem 100-jährigen Chalethotels sind vier von acht Henzen-Geschwistern im direkten Gästekontakt: Christian Henzen waltet zugleich als Direktor und Küchenchef. Sein Bruder Pius betätigt sich als Bergführer – wer also mehr als bloss lustwandeln sondern richtig z'Berg-gehen will, der ist bei Pius in guten Händen. Ausserdem sorgt Pius mit Massagen für das Wohl der Gäste. Seine Schwester Aloysia ist als Chef de Rezeption tätig, und eine weitere Schwester, Anna, ist als Gouvernante im Einsatz.

Auch zeugt das Hotel Fafleralp von einem weiteren Kriterium der Typischen Schweizer Hotels: Es liegt an attraktiver Lage – eingebettet in die herrlichen Bergketten der Berner und Walliser Alpen. Das Lötschental ist ein idealer Ausgangspunkt, um das UNESCO-Weltnaturerbe Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn zu Fuss zu erkunden.

Eine der schönsten Panoramawanderungen ist der Lötschentaler Höhenweg, der von der Bergstation Lauchernalp zur Fafleralp führt – über schmale Pfade, Wiesen voller Wildblumen und durch einen lichten Lärchenwald, vorbei am idyllischen Schwarzsee. Unterwegs lernt man auf Tafeln die Lötschentaler Sagen kennen. Man geniesst eine wunderbare Rundsicht auf Berge und Gletscher und rastet an romantischen Picknickplätzen.

Wer noch höher hinaus will, begibt sich nach Zermatt, wo sich rund um das Dorf 38 Viertausender-Berggipfel erheben. Hier lässt es sich in jedem gewünschten Schwierigkeitsgrad wandern, kraxeln und bergsteigen. So steige man von Zermatt aus beispielsweise mit einer Standseilbahn bis Sunnegga hoch, wo sich ein wahres Wanderparadies eröffnet. Der „Seenweg“ etwa führt am Stellisee, Grindjesee und Grüensee vorbei zur Moräne des Findelengletschers in rund zwei Stunden bis zur Riffelalp.

Was für eine Wohltat, wenn die müden Wanderer schliesslich nach ihrer Tour in ein warmes Bad steigen können, wie etwa im Zermatter Hotel Alex, einem weiteren Typischen Schweizer Hotel: Hier kann man sich im hauseigenen Grottenschwimmbad wunderbar erholen.

Zu toppen wäre das nur noch durch das „höchstgelegen Wellness-Center Europas“ im 5-Sterne Riffelalp Resort, oberhalb von Zermatt. Hier, am Rande eines Arvenwaldes, steigt man nach einem herausfordernden Wandertag fix und foxi in den Aussenpool. Da liegt man nun bei 35 Grad Wassertemperatur schwerelos auf einer Sprudelliege und blickt geradewegs auf den berühmtesten Berg der Welt – das Matterhorn! Alles „Typisch schweizerisch“. Ist ja logisch.    

Design & Lifestyle Hotels

Stadtwanderungen mit Stil


Über Boulevards und Shoppingmeilen schlendern, durch Altstadtgassen, Museen und Parks ziehen – urbanes Lebensgefühl schlechthin. Die ideale Basis für Stadtwanderungen und für Ausflüge in die nahe Natur bietet ein Design & Lifestyle Hotel.

Beim Erwachen hört man leise die Wellen plätschern, vielleicht auch die Enten schnattern. Man öffnet die Augen und sieht: Blau. Einfach nur die Weite des Sees. Und das Versprechen auf einen prächtigen Tag. Weiter schaut man sich um und erblickt Design – durch und durch. Die Pavillons des Hotels Palafitte sind auf Pfählen in den Neuenburgersee gebaut. Kühn ist die Architektur dieses 5-Sterne-Hotel und sein Inneres ist konsequent stylish ausgestattet.

Wer im Palafitte wohnt, vereint das, was sonst getrennt ist: Urbanität und Natur. Betriebsamkeit und Stille. Wanderslust und Dolcefarniente. Alles ist möglich: Im Bett frühstücken und die Zeit auf der Terrasse an sich vorbei ziehen lassen? Nur ich, der See und ein gutes Buch...? Oder lieber durch Neuchâtel spazieren? Man könnte zum imposanten Schloss und der Kollegiatskirche pilgern. Oder zum Centre Dürrenmatt, welches Gemälde und Zeichnungen des Schriftstellers ausstellt. Im Stadtzentrum erwartet einem zudem der Blumen- und Gemüsemarkt, von schönsten Fassaden aus dem 18. Jahrhundert umstanden.

Neuchâtel verdankt seinen Reichtum der Uhrmacherindustrie – auch diese gäbe Anlass für weitere Stadtwanderungen, zum Beispiel ins nahe gelegene La Chaux de Fonds und Le Locle – zwei Städte, die von der UNESCO wegen ihrer Symbiose von Urbanistik und Uhrenindustrie zum Weltkulturerbe ernannt wurden.

Im Gegensatz dazu bietet das nahe gelegene Val de Travers ein archaisches Naturschauspiel. Hier bestaunt man den Creux du Van, ein natürliches Amphitheater mit einem Durchmesser von einem Kilometer, ein Paradies für Steinböcke, Murmeltiere, Rehe und Raubvögel. Ihm entlang führt ein prächtiger Wanderweg, mittelschwer in den Ansprüchen – ideal also, um sich nach der Tour angenehm ausgepowert einen Apéro in der Palafitte-Bar zu gönnen.

Soll alles noch urbaner und internationaler zu und hergehen, dann ist Genf angesagt, die grösste Stadt der Romandie, Sitz vieler internationaler Organisationen und das Schweizer Multikultur-Zentrum schlechthin. Da schwelgt man beispielsweise im Hotel Auteuil im 60er-Jahre-Glamour und in der Eleganz von zeitgenössischem Design.

Von hier aus begeben wir uns zum Genfer Kulturzentrum, wo der Rhoneweg beginnt. Dieser führt an besonders charmanten Ecken der Stadt vorbei zum Rhone-Flussufer und hinaus aufs Land. Es ist der faszinierende Kontrast von Grossstadt und Landschaft, der diesen Trail so reichhaltig macht. Beim Bahnhof von La Plaine kehrt man mit dem Zug wieder nach Genf zurück, zum Auteuil, das gleich beim Bahnhof liegt – damit müde Wanderer nach vollbrachter Tour schon bald die Füsse hochlegen können.

Erholung verspricht auch das Hotel Château d'Ouchy in Lausanne, ein mittelalterliches, renoviertes Schloss, das mit einem raffinierten Mix aus altehrwürdigen Elementen und coolem Design höchsten Luxus bietet. Müde Stadtwanderer können hier im Hammam ihre Muskeln lockern – Gäste, die am liebsten den ganzen Tag im Wellness-Zentrum verbringen wollen, dürfen auch gratis den grosszügigen Spa des Hotel Lausanne Palace benutzen.

Das Château d'Ouchy liegt in einer schönen Umgebung direkt am Genfersee. Fast das gesamte Seeufer auf dem Lausanner Stadtgebiet dient als Erholungszone. Auch lockt eine kleine Stadtwanderung zum Botanischen Garten oder ein Ausflug durch den nahe gelegenen Wald von Sauvabelin.

Goethe schrieb einst, es gehöre zum Begriff des Spazierengehens, dass man keinen ernsthaften Zweck damit verbindet. Hier beim Château d'Ouchy am Genfersee ist diese Zwecklosigkeit mindestens so schön wie auf dem Rhoneweg oder rund um die Pavillons des Palafitte am Neuenburgersee.

Zeitreisen (Swiss Historic Hotels)

Ein paar Schritte in die Vergangenheit


Viel Wandern macht bewandert – auch in Geschichte. Die Schweiz ist ideal dafür: Einige ihrer Wege sind Jahrtausende alt, viele Herbergen bestehen seit Jahrhunderten. Und die historischen Verkehrsmittel zeugen von einzigartiger Pionierarbeit.

Es braucht keine Sciene-Fiction-Maschinen, um sich in die Vergangenheit zu beamen – dazu reichen einfache Wanderschuhe. Über die Via Spluga, die alte Splügenstrasse, zogen einst schon die alten Römer mit ihren Pferden und Lastentieren. Die Gebirgslandschaft durch die sie führt – mit Schluchten und spektakulären Felspfaden – hat sich seither kaum verändert. Nur wir Menschen sehen mit unseren Trekking-Klamotten und Smartphones etwas anders aus als die einstigen Händlerkarawanen aus dem Römischen Reich.

Aber so wie sie damals mutig die Viamala-Schlucht bezwangen, so erschaudern auch wir angesichts des furchterregenden Tobens und Bebens der Wassermassen. Und wie sie halten auch wir Rast bei der rätselhaften Burganlage Hohen Rätien, die Spuren bis zurück in die Bronzezeit aufweist. Sie liegt spektakulär auf einem steil abfallenden Plateau und war ein strategisch wichtiger Ort der Römer.

Weiter geht’s auf der Via Spluga und unserer Fantasiereise in die Vergangenheit. Dieser kulturhistorische Wanderweg führt von Thusis über den Splügenpass nach Chiavenna – und umgekehrt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts sollen es bis zu 2000 Saumpferde monatlich gewesen sein, die sich hier vorbei schleppten. Sie schliefen beispielsweise in der über tausend Jahre alten Herberge „Weisses Kreuz“ auf dem Splügen. Hier scheint es, als ob man die Säumer noch im Nebenzimmer wohnten: Die Eingangshalle mit dem gepflasterten Boden, die alten Gewölbe und der „Heustall“ wurden so sanft renoviert, dass sie für ihre denkmalpflegerische Renovation ausgezeichnet wurden – historischer als im schlichten „Eisenzimmer“ kann man wohl kaum schlafen.

Wer mit dem Säumer-Ambiente wenig anzufangen weiss, sondern sich geistig lieber in den Luxus der einstigen Elite versetzt, der nächtigt im historischen Hotel „Bellevue des Alpes“ Seine Drehtür schwingt den Gast in die Zwanzigerjahre zurück. Man wird an das „Fin de-Siècle“ erinnert: Innenarchitektur, Mobiliar und Gemälde zeugen von jener Zeit. Dieses Hotel aus dem Jahr 1840 steht an bester Aussichtslage auf dem Scheidegg Pass. Alle grossen Bergsteiger des 20. Jahrhunderts sowie Prominenz aus Gesellschaft, Skisport und Film haben hier gewohnt.

Etwas jünger, mit wunderschönen Elementen aus der Jugendstil-Epoche, ist das historische „Kurhaus Bergün“. Es wurde mit viel Liebe zum Detail renoviert und ist ein Unikum: Es ist weder Hotel noch Apartmenthaus, sondern bietet mit seinen Studios für Familien und Einzelreisende ein einzigartiges „Hotel-Wohnen“ an. Von hier aus lässt sich der „Bahnerlebnisweg“ von Bergün nach Preda erwandern: Dieser folgt der Albulastrecke der Rhätischen Bahn, einem historischen Bahnweg, der wegen seiner dramatischen Linienführung samt seinen 39 Tunnels und 55 Brücken unter UNESCO-Schutz gestellt wurde. Er gilt als Musterbeispiel für die Erschliessung hochalpiner Landschaften.

Nach so viel rauer Bergluft beschliessen wir unsere Geschichtstour mit einem Nickerchen unter Palmen, Glyzinien und Orangenbäumchen – im lieblichen Garten der Villa Carona lässt es sich wunderbar ausruhen und auf den Monte Generosa blicken. Wahrlich, diese Villa ist eine Wohlfühlinsel! Hier wohnt die Musse. Auch Hermann Hesse liess sich hier inspirieren.
Dieses historische Hotel in einem 200-jährigen Tessiner Patrizierhaus liegt in Carona nahe von Lugano. Carona selbst gilt als Künstlerdorf und ist über tausend Jahre alt. Seine mittelalterlichen Gassen sind von stilvollen Häusern gesäumt. Die Villa Carona wurde 1781 von der reichen Unternehmerfamilie Andreoli erbaut und später von Künstlerfamilien wie den Scala, Petrini, Solari und Casella geprägt. Jedes der 18 Zimmer ist individuell gestaltet und mit Antiquitäten eingerichtet – fehlt bloss noch, dass eine Zimmerzofe auftaucht und uns beim Ankleiden hilft! In diesem Ambiente wähnt man sich als Edelmann oder als Dame von Rang und Namen!
Doch lassen wir die Brokatkleider und Zofen in der Fantasie zurück und greifen noch einmal zur Wanderskluft – zu reizvoll ist die klassische Tour beim San Salvadore, als dass wir sie verpassen sollten – zumal sie sehr bequem zu bewältigen ist: Man besteigt in Lugano-Paradiso die Standseilbahn und gondelt gemütlich bis zur Bergstation San Salvatore. Nach nur zehn Minuten Fussmarsch geniesst man auf der Aussichtsplattform des Gipfels ein 360-Grad-Panorama, das vom Luganersee über die Poebene bis zu den Gipfeln der Schweizer und Savoyer Alpen reicht.

Der anschliessende Abstieg nach Morcote beginnt zwar erst steil, geht dann aber ohne grosse Höhenunterschiede auf bequemen Wanderwegen durch den Wald zurück nach Carona in unser Fürstengemach. Irgendwann – wann es uns Edelleuten beliebt – kehren wir dann auch gemächlich in die Gegenwart zurück.

Familien (KidsHotels)

Wo Kinder sich selbst sein dürfen

Herumtollen und laut werden – was zu Hause oft verboten wird, ist beim Wandern erlaubt. Wandern heisst auch: Sich in einen eisigen Bergsee wagen, über Felsen kraxeln, aus voller Kehle singen. Und spielen – dies am liebsten in einem KidsHotel.

Hä!? Was sagen die da...? Wenn die Ferienkinder aus dem Unterland im Lichtensteiner Bergdorf Malbun ankommen, verstehen sie erst mal gar nix. Die Einheimischen reden nämlich noch ihren gut erhaltenen Walser-Dialekt. Was indes jedes Kind sofort begreift: Hier – mitten im Naturschutzgebiet – liegt ihm die Freiheit zu Füssen. Kaum ein Auto stört das Spiel, der Ortskern ist verkehrsberuhigt. Das Dorf ist übersichtlich gebaut und bietet mit der „Malbuner Rasselbande" ein mitreissendes Animationsprogramm.

Malbun ist ein offizieller „Familienort“. Hier wird auf die Bedürfnisse von Familien also besonders Rücksicht genommen. Wer dazu auch noch in einem KidsHotel wohnt, dem ist gewiss, dass Eltern und Kinder gleichermassen verwöhnt werden. So können Mami und Papi im Malbuner Familienhotel Gorfion endlich mal wieder ausschlafen, weil das Hotel zwei mal pro Woche Ausschlafservice anbietet. Die Kleinen wiederum bekommen, was in den meisten KidsHotels Standart ist: Das voll Verwöhn- und Betreuungsprogramm. Also zum Beispiel betreute Mahlzeiten im Kinderrestaurant, spezielle Baby- und Kleinkinderbetreuung sowie Programm für die Youngsters in der bunten Fantasie-Werkstatt und natürlich auch in der Natur.
Allez-hopp, ihr Wanderfamilien – in Malbun erwartet euch auch ein tolles Wandergebiet! Wer Kinder hat, die bereits geübte Wanderer sind, dem wird der „Fürstin Gina Weg“ gefallen: Dazu geht’s ab Malbun mit der Sesselbahn zur Bergstation Sareis. Von dort folgt der Weg dem Grat zum Sareiserjoch, wo sich schmale Pfade zwischen Alpenblumen und Felsvorsprüngen schlängeln – ganz schön anspruchsvoll! Auch der Abstieg erfordert sicheren Tritt, er führt teilweise steil herunter, doch keine Sorge: An den heiklen Stellen ist er mit Seilen gesichert.
Wer lieber ohne nennenswerte Steigungen wandert, für den eignet sich der Familienort Nendaz mit seiner wunderbaren Wasserwelt. Er liegt auf einer Sonnenterrasse über dem Rhonetal nahe dem Walliser Hauptort Sitten. Hier führen 100 Kilometer Wanderwege entlang der historischen Bewässerungskanäle. Sie verlocken die Wanderkids dazu, selbst gebaute Naturschiffchen fahren lassen, die müden Füsse abzukühlen und ja – bitte, bitte Mami! – natürlich Wasserschlachten zu veranstalten. An dieser Stelle, ihr lieben Kleinen, solltet ihr euren Eltern vom deutschen Essayisten Josef Hofmiller erzählen. Er sagte einst ganz treffend: "Fürs Wandern kann man keine Regeln aufstellen, das ist das Schönste daran." Sorgt also dafür, dass sich eure Eltern daran halten.
Den kleinen Forschern und Entdeckern wiederum legen wir die Grimselwelt ans Herzen. Hier im Berner Oberland kann man echte Kraftwerke besichtigen und steigt hinab in eine  Unterwelt aus Tunnels, Schächten, Turbinen und Generatoren – ein Wunderwerk der Technik inmitten einer kraftvollen Natur!  Und dann erst der Nervenkitzel, den man mit der Gelmerbahn erleben kann: Sie ist mit 106 % Steigung die steilste Standseilbahn Europas und führt zum Gelmersee – ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen. Achtung: Wer wagt sich über Handeckfallbrücke? Die Hängeseilbrücke baumelt  70 Meter über der Schlucht und bietet einen spektakulären Blick auf den Handeckwasserfall.
Nach den Touren erwartet die müden Abenteurer das KidsHotel Handeck. Hier können sich die Eltern in Sauna und Whirlpool entspannen.  Mag sein, dass auch sie in diesen Ferien einiges nicht so recht verstehen – zum Beispiel, warum sich ihre Kinder nicht mehr blicken lassen…? Dabei müssten sie bloss mal zum Hotelpark spazieren: Da turnen sie doch, die Kids, auf dem Abenteuerspielplatz, dem Trampolin und einer alten Bergbahn.
 

WeitersagenWeitersagen