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Schweiz Tourismus - Historische Hotels - Wilde Kerle

Wo die wilden Kerle wohnen: Es war einmal... Eine Welt voller Mythen und Sagen. Eine Schweiz voller mittelalterlicher Baukunst und Tradition.

Für eine Promo-Beilage von Schweiz-Tourismus in der Coop-Zeitung, 2010

Nackt und bärtig zog er durch die Innerschweiz und schwang wütend einen Baumstrunk – der „wilde Mann“ galt als Symbol für Widerstand gegen Zwang und Konvention.  

Diese mittelalterliche Sagengestalt gab einem der historisch bedeutsamsten Hotels von Luzern seinen Namen: Die Gaststädte «Wilden Mann» wird im 16. Jahrhundert erstmals als Pinte erwähnt und erstreckt sich heute über 7 Häuser der Altstadt.

Geranien und schmiedeiserne Muster schmücken dieses „Swiss Historic Hotels“. Steht man davor, siehst alles noch so aus wie einst, und man glaubt, das Klappern einer Kutsche zu vernehmen... Soll nun bloss kein wilder Mann um die Ecke stürzen! Wenn der wüsste, dass es hier die leckerste Luzerner „Chügelipastete“ zu essen gibt, mit in Cognac marinierten Weinbeeren. Und dass hier so wunderschöne Damen wie Sophia Loren oder Liv Ullmann einkehren... Dann käme er vielleicht wirklich.

Er sähe dann auch, dass in Luzern noch vieles so erhalten ist wie zu seiner Zeit: So würde er sein eigenes, 400 Jahre altes Abbild unter dem Dach der Kapellbrücke bestaunen, jener überdachten Holzbrücke aus dem Jahr 1365, dem Wahrzeichen der Stadt. Er würde auch die erste grosse Barockkirche der Schweiz wieder erkennen: Die Jesuitenkirche. Das  „Verkehrshaus“ hingegen wäre ihm neu; das vielseitigste Verkehrs- und Kommunikationsmuseum Europas, wurde erst vor 50 Jahren erbaut.

Was wusste er denn schon vom Verkehr – selbst die historischen Transportmittel der Schweiz sind ihm unbekannt! Zum Beispiel das Raddampfschiff „Wilhelm Tell Express“, das von Luzern aus über den Vierwaldstädtersee tuckert. Oder die berühmteste Bahn der Welt, der historische „Glacier Express“,  der unter anderem in Chur halt macht – dort, wo noch viele Zunft- und Bürgerhäuser aus dem 16. bis 18. Jahrhundert von vergangenen Zeiten künden und wo Nostalgiefreunde gerne im Hotel Stern nächtigen. Dieses ist seit 1677 als Herberge bekannt und erfüllt wie alle „Swiss Historic Hotels“ den Anspruch an authentische Atmosphäre, architekturgeschichtlich Bedeutsamkeit und historisches Mobiliar.

Es gibt auch vergleichsweise „junge“ Swiss Historic Hotels, etwa das Krafft in Basel, das 1872 erbaut wurde, ein modernes, schnörkelloses Gebäude. Es erlaubt einen wunderbaren Blick auf Rhein, Münsterhügel, Patrizierhäuser, Martinskirche und alte Universität.

Auch hier geisterte einst ein wilder Mann durch die Gemäuer – Hermann Hesse hat seinen „Steppenwolf“ im Zimmer 401 des Krafft zum Leben erweckt.

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